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Evangelisches Missionswerk in Deutschland (EMW)

Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) ist der Dach- und Fachverband evangelischer Kirchen, evangelischer Freikirchen und regionaler Missionswerke sowie einzelner missionarischer Verbände und Einrichtungen für die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen in Übersee und für ökumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland.

Seine Mitglieder sind evangelische Missionswerke, missionarische Verbände sowie Freikirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland. Das EMW pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen in Übersee; berät und fördert Projekte ökumenischer Partner; verantwortet bestimmte Bereiche kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und vermittelt Erfahrungen von Christinnen und Christen in unsere Kirchen.

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Türkei: "Bewusster Akt der Kulturzerstörung"

04.07.2017

Evangelische Mittelost-Kommission kritisiert Beschlagnahme christlicher Kirchen im Tur Abdin

(epd, 04.07.2017). Die evangelische Kirche kritisiert die Türkei wegen ihres Umgang mit den aramäischen Christen in dem Land. Das Vorgehen des türkischen Staates gegen die Aramäer sei ein rücksichtsloser Umgang mit der kleinen christlichen Minderheit in der Türkei, "der nur als ein bewusst angestrebter Akt von Kulturzerstörung gedeutet werden kann", kritisierte der Berliner Bischof Markus Dröge am Montag in Berlin. Dröge ist Vorsitzender der Evangelischen Mittelost-Kommission (EMOK).

Er fordere die internationale Gemeinschaft auf, gegen die Massenkonfiszierungen in Tur Abdin im Südosten der Türkei Protest einzulegen, sagte Dröge weiter. Es sei nicht hinnehmbar, dass die staatlich-türkische Religionsbehörde Diyanet das jahrtausendealte syrisch-orthodoxe Kulturerbe an Dritte veräußere und in Museen oder in Moscheen umwidmen will. "Ein Staat, der so handelt, isoliert sich zunehmend international", warnte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Im Südosten der Türkei ist der Tur Abdin, Heimat der aramäischen Christen. Hier liegen jahrhundertealte Klöster, die die türkische Religionsbehörde beschlagnahmt und verkaufen will.
Im Südosten der Türkei ist der Tur Abdin, Heimat der aramäischen Christen. Hier liegen jahrhundertealte Klöster, die die türkische Religionsbehörde beschlagnahmt und verkaufen will.

Insgesamt sei die Lage der kleinen christlichen Minderheit in der Türkei von erheblicher Willkür und Rechtsunsicherheit geprägt. Bis heute werde den Aramäern in dem Land verwehrt, Minderheitenrechte für sich in Anspruch zu nehmen, hieß es weiter. Eigentumserwerb, der Bau oder Erhalt von Kirchen oder die Ausbildung von Priesternachwuchs werde massiv behindert, ein offizieller Unterricht der aramäischen Sprache, der Sprache Jesu, werde den Christen verboten.

Kirchen und Klöstern droht Verkauf und Umwandlung in Moscheen
Der Bundesverband der christlichen Aramäer in Deutschland hatte vor wenigen Tagen gewarnt, der südosttürkische Regierungsbezirk Mardin habe bekanntgegeben, dass rund 50 Kirchenbesitztümer über das staatliche Schatzamt der Religionsbehörde Diyanet übertragen werden sollen.

Derzeit versuchten die im Lande verbliebenen Aramäer herauszufinden, welche der zahlreichen Kirchen in Tur Abdin (aramäisch: Berg der Diener Gottes) in der Grenzregion zu Syrien tatsächlich betroffen seien. Es sei zu befürchten, dass das Jahrtausende alte aramäische Kulturerbe, Kirchen und Klöster aus frühchristlicher Zeit, veräußert oder in Moscheen umgewandelt würden.

Derzeit leben den Angaben zufolge noch rund 2.000 Aramäer in der Türkei. In Deutschland sind es inzwischen 150.000, in der EU 350.000. Die syrisch-orthodoxen Aramäer stehen in der Tradition der frühesten christliche Kirche.

Die Evangelische Mittelost-Kommission ist ein ständiger Arbeitskreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie hat derzeit 33 Mitglieder und setzt sich aus Landeskirchen, Einrichtungen und Werken zusammen, die durch ihre Arbeit dem Nahen und Mittleren Osten verbunden sind. Das EMW ist mit seiner Mittelost-Arbeit ebenfalls in der EMOK vertreten.


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