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Evangelisches Missionswerk in Deutschland (EMW)

Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) ist der Dach- und Fachverband evangelischer Kirchen, evangelischer Freikirchen und regionaler Missionswerke sowie einzelner missionarischer Verbände und Einrichtungen für die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen in Übersee und für ökumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland.

Seine Mitglieder sind evangelische Missionswerke, missionarische Verbände sowie Freikirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland. Das EMW pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen in Übersee; berät und fördert Projekte ökumenischer Partner; verantwortet bestimmte Bereiche kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und vermittelt Erfahrungen von Christinnen und Christen in unsere Kirchen.

  • Motive aus dem aktuellen Kalender der Missionswerke. Bestellen können Sie den Kalender 2018 unter www.demh.de/kalender .

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Internationale Konferenz fordert Kirchen auf, „Agenten des Wandels in reformatorischer Tradition“ zu sein

23.05.2016

„Wir waren aus unterschiedlichen konfessionellen Traditionen gekommen und gemeinsam wollten wir die transformative Kraft der Reformation entdecken, nicht als Ereignis der Vergangenheit sondern auf die Zukunft ausgerichtet“, fassten Teilnehmende ihre Erfahrung in einer Erklärung am Ende der Konsultation zusammen.

Zu der Konferenz in Halle hatten sich mehr als 120 Menschen aus 40 Ländern versammelt. Sie war der zweite Teil der „Twin-Konsultation“ über „Reformation – Bildung – Transformation (R-E-T), die mit einer Konferenz in São Leopoldo in Brasilien im November 2015 begonnen hatte.

Religion gegen Gewalt

„Unsere Welt braucht Transformation“, erklärten Teilnehmende. „Wir leben in fragmentierten Gesellschaften und sehen, dass Konflikte, die auch von religiösem Fundamentalismus und religiös begründeter Gewalt verursacht werden, sie zerreißen.“ Die Teilnehmenden unterstrichen die Notwendigkeit, negative Einstellungen reformatorischer Traditionen gegenüber anderen Religionsgemeinschaften offen zu legen. Die Heiligen Schriften und religiöse Traditionen sollen helfen, religiös legitimiertes Verhalten, das Gewalt und Spaltung fördert, zu überwinden.

Die „Twin-Konsultation“ zielte darauf ab, gemeinsame Erkenntnisse aus zwei kontrastierenden globalen Zusammenhängen zu entwickeln. Sie seien, so Teilnehmende, in Brasilien mit einer „Fülle religiöser Ausdrucksformen unterschiedlichster Art“ konfrontiert gewesen. In der Halle jedoch konferierten sie in einer Region, die heutzutage zu den säkularisiertesten Gebieten der Welt zähle. Während der fünftägigen Veranstaltung fanden Vorträge, Workshops und Exkursionen in die Region statt.

„Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass es weniger um Wachstum oder Niedergang der Kirchen in den verschiedenen Teilen der Welt geht, sondern darum, wie Kirchen in unterschiedlichen Situation zur Förderung der Transformation und einem ‚Leben in Fülle‘ beitragen", sagte Pfarrer Christoph Anders, Direktor des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland (EMW), einer der Organisatoren der „Zwillingskonsultation“.

Pfarrer Ioan Sauca, stellvertretender Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen und zuständig für Bildung und ökumenische Ausbildung, lobte die „gemeinsamen und kritischen Reflexionen“, bei denen Überlegungen zur Bedeutung reformatorischer Grundsätze für das Leben der Kirchen und zur Transformation von Gesellschaften im Mittelpunkt standen. Dadurch seien „Türen geöffnet worden, um die ‚Heilung von Erinnerungen‘, das gegenseitigen Verständnisses und die Zusammenarbeit für ein gemeinsames christliches Zeugnis in unserer Welt heute zu fördern“, sagte Sauca.

Gruppenbild zum Abschluss Foto: Riley Edwards-Raudonat
Gruppenbild zum Abschluss Foto: Riley Edwards-Raudonat

Teilnehmende betonten, dass sie sich durch den reformatorischen Protest gegen materielle Gier und Korruption herausgefordert fühlten. Man wolle deshalb Alternativen zu aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten entwickeln und die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen fördern.

„Wir hoffen, dass diese Konsultation dazu beiträgt, Prozesse zu entwickeln, um den sozialen und ökologischen Wandel unserer Gesellschaften weltweit zu fördern, indem notwendige Aspekte der spirituellen Transformation eingetragen werden“, sagte Thorsten Göbel, Abteilungsleiter bei Brot für die Welt. „Dies ist entscheidend für die Förderung der SDG notwendig und um Entscheidungsträger für deren Umsetzung zu verpflichten.“

Die Konferenz fand an den Franckeschen Stiftungen in Halle statt. Diese waren 1698 von dem Theologen August Hermann Francke als pädagogische und soziale Organisation für die Armen gegründet worden, und ist in der theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beheimatet. Ein Schwerpunkt des Treffens waren Überlegungen zur der Rolle von Bildung in Transformation und Veränderung.

„Lernen ist ein kollektiver Prozess, nichts, das als abgeschlossen betrachtet werden kann, sondern anhaltend und führt laufend zu Veränderungen“, sagte Pastorin Kaisamari Hintikka, stellvertretender Generalsekretärin des Lutherischen Weltbundes. „Um lernen zu können, braucht es Orte und Räume für Interaktion und Dialog.“

Die „Twin-Consultation“ ist ein gemeinsames Projekt von EMW, Brot für die Welt, Faculdades EST São Leopoldo (Brasilien), den Franckeschen Stiftungen und der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, in Kooperation mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen ÖRK, dem Lutherischen Weltbund, der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WCRC) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Der Autor Stephen Brown ist Journalist.



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