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Evangelisches Missionswerk in Deutschland (EMW)

Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) ist der Dach- und Fachverband evangelischer Kirchen, evangelischer Freikirchen und regionaler Missionswerke sowie einzelner missionarischer Verbände und Einrichtungen für die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen in Übersee und für ökumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland.

Seine Mitglieder sind evangelische Missionswerke, missionarische Verbände sowie Freikirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland. Das EMW pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen in Übersee; berät und fördert Projekte ökumenischer Partner; verantwortet bestimmte Bereiche kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und vermittelt Erfahrungen von Christinnen und Christen in unsere Kirchen.

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Japanisches Krisenmanagement

08.07.2020

Erfahrungsbericht aus erster Hand

"Als vor Monaten in Deutschland die ersten 'Coronaregeln' umgesetzt wurden, befand ich mich am Ende meines Auslandssemesters in Japan", schreibt der Theologiestudent Onno Hofmann nach seiner Rückkehr nach Norddeutschland. "Die deutsche Botschaft hatte allen Deutschen geraten, möglichst bald einen Rückflug anzutreten, doch die Vorstellung, meinen Aufenthalt um zwei Monate zu verkürzen und mich dafür in einen Käfig mit eingeschränkten Grundrechten zu begeben, erschien mir damals nicht sehr attraktiv. War doch die Bewegungs- und Konsumfreiheit in Japan damals noch erhalten geblieben. Die Informationen über Corona waren zu jenem Zeitpunkt sehr vielschichtig und oberflächlich, der Forschungsstand gering. Doch bald bemerkte ich, dass die 'Freiheit', die ich in Japan nur spürte, weil es sie in Deutschland schon nicht mehr gab, eine falsche Freiheit war."

"Der Stolz, wie gut die japanische Regierung die Krise managte, wandelte sich in Skepsis um. Die ersten Vermutungen von japanischen Freundinnen drangen zu mir, dass die Infektionszahlen geschönt seien, um die Ausrichtung von Olympia 2020 in Tokyo nicht zu gefährden. Es wurden kaum Tests gemacht und viele Corona-Tote nicht den Statistiken zugeordnet, sondern der Altersschwäche – schrieben jedenfalls ausländische Medien."

"In den japanischen Medien war wenig über Corona zu hören, und wenn, dann eher Beschwichtigendes. Es wurde höchstens über den europäischen Kontext oder vielleicht die angestiegene Infektionswelle im benachbarten Korea durch eine christliche neue religiöse Bewegung berichtet. Ich fragte mich zu diesem Zeitpunkt, ob schon die japanische Kultur und Religiösität dazu beitrug, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Sicher hatten respektvolles Verbeugen statt Händeschütteln und prophylaktisches Maskentragen in den vollen U-Bahnen dazu beigetragen. Aber wenn ich überlege, dass die religiöse Praxis in den zahlreichen Shintō-Schreinen des Landes daraus besteht, dass alle am selben Glockenseil rütteln, um die Götter zu erwecken, oder dass Kuh-Bronzestatuen alle an derselben Stelle berührt werden, bevor sich die Besuchenden danach ins Gesicht an die Stirn fassen (um etwas von der symbolisierenden Gelehrsamkeit abzubekommen), dann muss ich das aus unprofessioneller virologischer Sicht verneinen."

"Auch die Digitalisierung, die sonst viele Vorteile bot, bedeutete, dass, wenn Essen wie so oft in Japan am Automaten bestellt wird, alle dasselbe Touchpad anfassen. Auf die Unsicherheit über die Zahlen folgte ein übersensibles Bewusstsein für mögliche Virenherde – nicht nur bei mir: Seit Februar waren Desinfektionsmittel und Masken in den meisten Shops für Wochen ausverkauft."

"Als dann Japan und das Olympische Komitee die Spiele um ein Jahr offiziell verschoben, schnellten die Infektionszahlen in den Metropolen in die Höhe."

"Ich durfte noch einen Gottesdienst mit Abstand bei den Anglikanern in Kyoto mitmachen, wo die Hostien nach einzelnem Vortreten überreicht wurden, aber auch dann schlossen Kirchen, Geschäfte und andere Institutionen in Japan. Mein Flug wurde gecancelt, aber mit Glück erwischte ich noch einen Ersatzflug, sodass ich pünktlich zu Ostern wieder in Deutschland ankommen konnte – wie geplant. Das Fest beging ich zwar ohne gottesdienstliche Feierlichkeiten, aber wenigstens mit meiner Familie, die mich anschließend durch zwei Wochen Quarantäne begleiteten durfte. Im Rückblick auf mein Auslandssemester hatte ich nicht nur eine andere Kultur und religiöse Welt kennen gelernt, sondern auch gleich noch ein anderes Krisenmanagement."

Erfahrungen im Studium

"Bei meinem Auslandsstudium in Japan mit der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS Stuttgart) war mir wichtig, dass der Dialog unterschiedlicher Kulturen nicht in einem konstruierten gleichberechtigten Setting stattfindet. Wenn ich als deutscher Student für ein Semester nach Japan gehe, bin ich zwar Teilnehmer, aber auch Gast. Ich komme in dieser Rolle nicht umhin, meine eigenen kulturellen und religiösen Prägungen im Theologiestudium einzubringen, aber der Schwerpunkt lag mir auf meinem rezeptiven Lernen. Das Studium lief hauptsächlich bei japanischen Professor/innen und mein Wohnort war ein internationales Studi-Wohnheim. Das war letztendlich genauso essenziell wie das Studieren für mich, weil sich dort Theorie und Praxis im Zusammenleben überschnitten und das akademische Lernen der Erfahrung im japanischen Kontext Raum gab. Es war eine gute Ergänzung zu der dreimonatigen Universitätsphase, die auch aus vielen Exkursionen (hauptsächlich Tempelbesuchen und Austauschtreffen) bestand. Für ein freiwilliges Praktikum war im Anschluss Zeit, in dem ich noch einmal die kirchliche Arbeit der christlichen Minderheit in Japan erleben wollte."

"Ich habe Japan mit theoretischen und praktischen Einsichten über interreligiöses Zusammenleben und religiöse Bewegungen im 21. Jahrhundert verlassen, aber auch der Erfahrung, als Fremder in einem anderen kulturellen Kontext zu leben - mit allen Chancen und Herausforderungen von Integration."

Onno Hofmann studiert nun evangelische Theologie in Berlin.

Bei einem Besuch in einem öffentlichen Bad in Onsen trägt Onno Hofmann einen Yukata.
Besuch in einem Bergkloster auf dem Koya-san
Im Hintergrund der Goldene Tempel
Fotoshooting während der Kirschblütenzeit
Onno Hofmann und das besagte Seil im Shinto-Tempel

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Maßnahmen Corona-Virus

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Website,

in den letzten Tagen haben sich die Risikoeinschätzungen sowie Verordnungen und Handlungsempfehlungen im Blick auf die weitere Ausbreitung des Corona-Virus (SARS-CoV-2) von staatlicher und kirchlicher Seite stark verändert und zuletzt am 16.03.2020 verschärft. Das Ziel ist, die Infektionskette zu unterbrechen und die Verbreitung des Virus zeitlich zu verzögern.

Daher gelten folgende Maßnahmen für die EMW-Geschäftsstelle:

Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn es zu Verzögerungen kommen sollte. Auch die Abwicklung von Bestellungen kann sich verzögern.

Diese Maßnahmen gelten ab dem 18.03.2020 und zunächst bis zum 19.04.2020. Eine veränderte Situation kann eine Anpassung nötig machen.

Mit guten Wünschen

Rainer Kiefer