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Evangelisches Missionswerk in Deutschland (EMW)

Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) ist der Dach- und Fachverband evangelischer Kirchen, evangelischer Freikirchen und regionaler Missionswerke sowie einzelner missionarischer Verbände und Einrichtungen für die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen in Übersee und für ökumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland.

Seine Mitglieder sind evangelische Missionswerke, missionarische Verbände sowie Freikirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland. Das EMW pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen in Übersee; berät und fördert Projekte ökumenischer Partner; verantwortet bestimmte Bereiche kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und vermittelt Erfahrungen von Christinnen und Christen in unsere Kirchen.

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Vor 70 Jahren: Die Missionen erklären sich für mitschuldig am Nationalsozialismus

27.11.2015

Die Schulderklärung von Hermannsburg wurde nicht veröffentlicht

Am 19. Oktober 1945 bekannten die evangelischen Kirchen in Deutschland in ihrem „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ ihre Mitschuld an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Kaum bekannt ist eine vergleichbare Erklärung des Deutschen Evangelischen Missionsrats (DEMR) vom 14. November 1945 gegenüber dem Internationalen Missionsrat.

Von Martin Keiper

Die Erklärung des DEMR war nicht öffentlich gemacht worden – wohl auch eine Reaktion der Missionen auf die heftige Kritik am Stuttgarter Schuldbekenntnis, sondern wurde zwei Vertretern des Internationalen Missionsrats als „Grußwort“ übergeben.

Das vom DEMR-Sekretär Walter Freytag verfasste Papier – Überschrift „An den Internationalen Missionsrat“ – drückte einerseits den Dank der deutschen Missionen an die internationale Gemeinschaft der Missionen aus, war aber auch eine Art Schulderklärung der deutschen Missionsgesellschaften. Sein entscheidender Satz: „Deshalb möchten wir unseren Brüdern in den anderen Missionen sagen, dass wir schwer an der Schuld unseres Volkes tragen, die auch unsere Schuld ist.“ Im EMW-Archiv ist auch das ursprüngliche Konzept überliefert, in dem der Halbsatz „die auch unsere Schuld ist“ von Freytag handschriftlich eingefügt wurde.

Nur der erste Schritt zur Aufarbeitung der Vergangenheit
Aber schon damals kritisierten deutsche Missionsvertreter die Erklärung als nicht ausreichend, und damit war die Aufarbeitung der Vergangenheit auch noch nicht abgeschlossen. Beim ersten regulären Nachkriegs-Missionstag Ende September 1946 in Herborn, an dem nahezu sämtliche Missionsgesellschaften vertreten waren, wurde mit breiterer Beteiligung als nur im Missionsrat der Versuch einer Bilanz gezogen.

Karl Hartenstein, Missionsdirektor in Basel und Mitautor des Stuttgarter Schuldbekenntnisses, redete den Delegierten schon in seinem geistlichen Wort über Jakobus 5, 7-11 ins Gewissen: „Wir waren stolz auf unseren besonderen deutschen evangelischen Missionsauftrag in der grossen Missionsarbeit der Welt, auf unser deutsches Luthertum und unseren deutschen Pietismus. Gott hat uns gezeigt, dass er ohne uns arbeiten kann und will. [..] Eine von Grund auf gewandelte Mission soll dem Herrn zur Verfügung stehen, wenn er die Türen wieder auftut.“

Und im späteren Verlauf der Tagung, als es um die Aufarbeitung der Vergangenheit ging, fügte er hinzu: „Haben wir nicht alle in der Politik den Traum der Deutschen [..] erfüllt gesehen und sind [..] geblendet worden? Es ist Gnade, wenn wir diesen Kniefall nicht mitgemacht haben, aber tief verbeugt haben wir uns. Geschwiegen hat das prophetische Amt der Mission.“

1946: Die Opfer verlangen deutlichere Worte
Dass sie Abbitte zu leisten hatten, sollten die deutschen Missionen Anfang Oktober 1946 beim ersten Zusammentreffen mit europäischen Missionen in Rheinfelden (Schweiz) erfahren. Falls jemand geglaubt hatte, mit dem Wort von Hermannsburg wäre die Vergangenheitsbewältigung abgeschlossen, so wurden sie eines anderen belehrt. Einberufen hatte die Konferenz Hendrik Kraemer, der die deutsche Terrorherrschaft in den Niederlanden am eigenen Leib erlitten hatte: Er gehörte zum kirchlichen Widerstand gegen die Nazis und hatte 1942/43 längere Zeit in deutscher Geiselhaft verbracht.

In Walter Freytags als „streng vertraulich“ bezeichneten Bericht an die DEMR-Mitglieder heißt es: „Schon in den ersten Stunden der Zusammenkunft [..] wurde uns Deutschen klar, dass er sehr schwer werden würde, zu einer Verständigung zu kommen [..]. Dann kam es an konkreten Beispielen zur Darstellung dessen, was das Vertrauensverhältnis der anderen Missionen zu der deutschen Mission belastet. [..] Man fühlt hier eine Distanz zu uns, die jede Zusammenarbeit [..] überstark belastet.“

Zum Ende der Konferenz wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet, die sich ungeachtet aller vorangegangenen Kritik für eine Wiederzulassung der deutschen Missionen aussprach. Dazu hat sicher beigetragen, dass die Deutschen erneut für ihr Verhalten Abbitte leisteten: „Wir stellen fest, dass die deutschen Missionsführer tief bedauern, dass es Fälle gegeben hat, in denen deutsche Missionare, durch ihren Patriotismus oder durch Mangel an klarer Lehre verleitet, ihre christliche Arbeit mit nationalistischer Propaganda vermengten oder eine falsche Unterwerfung unter unchristliche Handlungen ihres Staates zeigten und dass sie bereit sind, sorgfältig darüber zu wachen, dass von jetzt ab solche Handlungen und solches Verhalten von Missionaren unter ihrer Führung gewissenhaft vermieden wird.“

1947: Die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft der Missionen
Es spricht für die Großherzigkeit der Missionen in den früheren „Feindstaaten“, dass sie die Teilnahme einer deutschen Delegation an der Weltmissionskonferenz in Whitby (Kanada) 1947 nie in Frage stellten – schon im September 1946 stellte der DEMR eine Liste möglicher Teilnehmer auf. Tatsächlich reisen konnten Walter Freytag, Karl Hartenstein und Carl Heinrich Ihmels (Leipziger Mission). Das deutlichste Zeichen, dass man den deutschen Missionen vergeben hatte, war der dort gefasste Beschluss, die nächste Weltmissionskonferenz in Deutschland zu veranstalten: Vom 16. bis 21. August trafen sich 181 Delegierte der internationalen Missionsszene in idyllischen Willingen (Sauerland).

Dieser Text ist ein stark gekürzter Teil eines längeren Beitrags über die Geschichte der Zusammenarbeit in der Mission, der Mitte nächsten Jahres in einem Buch zur Geschichte und Vorgeschichte des Evangelischen Missionswerks in Deutschland erscheinen wird.



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