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15.06.2011

Kirchen alarmiert über Gewalt gegen Zivilbevölkerung im Sudan

Lutherischer Weltbund fordert Eingreifen von UNO und Afrikanischer Union

(LWI/EMW). Der Lutherische Weltbund (LWB) hat die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und die ethnischen Säuberungen, die sudanesische Regierungstruppen Berichten zufolge derzeit durchführen, scharf verurteilt. Die lutherische Gemeinschaft forderte die internationale Gemeinschaft dringend auf, einzugreifen.

In einer öffentlichen Erklärung, die der LWB-Rat, das Leitungsgremium der Organisation, am 14. Juni beschlossen hat, fordert der LWB die internationale Gemeinschaft und insbesondere die Vereinten Nationen (UNO) und die Afrikanische Union (AU) dringend auf, „alle möglichen Massnahmen zu ergreifen, um die Feindseligkeiten zu stoppen, die Zivilbevölkerung zu schützen und humanitären HelferInnen den Zugang in alle Teile des Sudans und insbesondere in Südkordofan zu ermöglichen“.

Grundlage der Erklärung waren Berichte von der schweren humanitären Katastrophe, die sich wenige Wochen vor der für den 9. Juli geplanten Unabhängigkeit des Südsudans in der umstrittenen sudanesischen Region Südkordofan abzeichnet. „Geschätzte 300.000 Menschen sind umlagert, von Hilfslieferungen abgeschnitten und ausserstande, den Kämpfen zu entkommen. Ein Grossteil der Bevölkerung von Kadugli, der Hauptstdt des Bundesstaates Südkordofan, musste fliehen“, heisst es in Berichten, die vom Programmausschuss für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte des LWB-Rates zitiert werden.

Berichte von Augenzeugen aus Kirchenkreisen deuten darauf hin, dass Regierungstruppen von Haus zu Haus gehen, mutmassliche SympathisantInnen der Opposition herausholen und in einigen Fällen an Ort und Stelle töten. Es gibt Berichte, dass Zivilisten, die in der Mission der Vereinten Nationen im Sudan (United Nations Mission in Sudan, UNMIS) Zuflucht gesucht hatten, „von der Mission weggezerrt und vor den Augen der UN-Mitarbeitenden getötet wurden“, schreibt der Programmausschuss in seinem Bericht, der von dessen Vorsitzenden, Bischof Dr. Zephania Kameeta (Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Namibia), präsentiert wurde.

„Alle diese Berichte deuten auf eine erneute ethnische Säuberung durch die Regierung des Sudan hin“, erklärte der Programmausschuss den Teilnehmenden der LWB-Ratstagung. Die Gräueltaten würden in einem Gebiet direkt nördlich der Grenze zum Südsudan verübt, wo viele Menschen den Süden unterstützten, heisst es in dem Bericht weiter.

Der Rat versicherte die Menschen und Kirchen im Sudan, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, der anhaltenden Gebete und der Solidarität des Rates und baten LWB-Präsident Bischof Dr. Munib A. Younan und LWB-Generalsekretär Pfr. Martin Junge, ein Pastoralschreiben an die Kirchen im Sudan zu senden, in dem sie ihre Sorge und Solidarität zum Ausdruck bringen.




 
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