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05.05.2017

Kirche vermittelt Waffenruhe im Südwesten des Südsudan

Aber die Regierung erschwert Arbeit der Hilfsorganisationen

(epd/EMW, 5.5.2017). Rebellen und die Regierung des Südsudan haben sich unter Vermittlung der evangelischen Kirche auf eine Waffenruhe im Südwesten des Landes geeinigt. Damit würden dringend benötigte Hilfslieferung in der betreffenden Region Yei ermöglicht, berichtete der französische Auslandsrundfunk RFI am Freitag.

Dem am Donnerstag unterzeichneten Abkommen zufolge wollen beide Seiten die Hauptstraßen in der Region an der Grenze zu Uganda öffnen. Die Regierung habe sich außerdem verpflichtet, von ihr angeheuerte Milizen durch Soldaten der regulären Armee zu ersetzen. Die Waffenruhe gilt als Hoffnungsschimmer für die von Dürre und mehr als drei Jahren Bürgerkrieg geplagte Bevölkerung.

Hilfsorganisationen werden zur Kasse gebeten
Nicht zuletzt wegen des seit 2013 tobenden Bürgerkriegs fehlt der Regierung Geld, um Beamte und Soldaten zu bezahlen. Die fehlenden Mittel sollen offensichtlich von den im Land tätigen Hilfsorganisationen eingetrieben werden. Dazu hat die Regierung zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen die Gebühren für humanitäre Helfer drastisch erhöht. Hilfsorganisationen müssten künftig 3.500 statt bisher 600 US-Dollar jährliche Registrierungsgebühr zahlen.

Erst im April hatte die Regierung des zentralafrikanischen Landes nach Protesten die geplante Erhöhung der Gebühren für Arbeitsgenehmigung auf Eis gelegt. Ausländer, die als Helfer etwa Hungernde unterstützen, hätten demnach statt 100 US-Dollar 10.000 Dollar pro Jahr zahlen müssen, um im Südsudan arbeiten zu können. Die UN und weitere Organisationen hatten daraufhin angedroht, die Verordnung zu ignorieren.


3,77 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben vom Konflikt betroffen, vertrieben im eigenen Land oder geflüchtet in die Nachbarländer.
Dreieinhalb Millionen Flüchtlinge
Den UN zufolge sind sechs Millionen Menschen im Südsudan auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als 3,5 Millionen sind auf der Flucht. Die Armee und Rebellen unter Führung des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar sind seit Dezember 2013 in einen Bürgerkrieg verwickelt.

Die Regierung wird für das Scheitern eines 2015 geschlossenen Friedensabkommens verantwortlich gemacht. Eine UN-Untersuchungskommission warnt vor einem drohenden Völkermord ähnlich dem in Ruanda 1994. Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt, verfügt aber über reiche Ölvorkommen. Das Land ist erst seit 2011 unabhängig.