
Titelbild: Monika Herold
Die "EineWelt" 4/2011 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Partnerschaft in Bewegung: Kirchliche Nord-Süd-Partnerschaften im Wandel"
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Eine Initiative evangelischer Missionswerke, Verbände und Kirchen unter dem Dach des EMW
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Sechs Missionswerke starten eine Missionszeitung mit neuem publizistischen Konzept
Missionspresse: Aufbruch in die Zukunft
Mit einem neuen Konzept starten sechs Missionszeitschriften in das Jahr 2003. Mehr Inhalt, mehr Qualität - das ist das Ziel der neuen Kooperation. Ein Blick hinter die Kulissen von Martin Keiper.
Die evangelische Missionspresse kann auf eine fast 300-jährige Tradition zurückblicken. Schon 1710 wurden die Briefe der ersten deutschen Missionare - Heinrich Plütschau und Bartholomäus Ziegenbalg - unter dem Titel "Der Königlich-Dänischen Missionarien aus Ostindien eingesandte Berichte" veröffentlicht. Als im 19. Jahrhundert überall Missionsgesellschaften gegründet wurden, schuf jede von ihnen eine eigene Zeitschrift, denn mit Berichten vom "Missionsfeld" konnten sie für die Mission werben - schließlich finanzierte man sich ausschließlich aus Spenden. Die wachsende Zahl der Missionsfreunde garantierte den Blättern eine hohe Auflage, wobei jedes Exemplar viele Mitleser hatte.
Ein exklusiver Kreis
Ausgeruht auf ihren Erfolgen haben sich die Missionszeitschriften nie. Schon früh enthielten manche das, was man heute Infografiken nennt, später wurden Fotos abgedruckt, oder man passte die Zeitschriften-Titel einem gewandelten Missionsverständnis an. All dies konnte aber nicht verhindern, dass es den Zeitschriften besonders in den letzten Jahrzehnten immer schwerer fiel, ihr Publikum zu erreichen. Mission, im 19. Jahrhundert als Bewegung des Kirchenvolkes begonnen, wurde spätestens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem Minderheiten-Thema, selbst in der Kirche. Hinzu kommt, dass die Missionszeitschriften mit einem breiten und immer umfangreicher werdenen Angebot an Medien konkurrieren.
Tages-, und Wochenzeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen - die Fülle der Medien lässt viele Menschen bewusster auswählen und gerade die - anders als "EineWelt" - kostenlos in Haus kommenden Zeitschriften landen schnell im Altpapier.
Schon 1996 hatte Prof. Will Teichert, damals Leiter der Akademie für Publizistik in Hamburg, Zweifel am Sinn der Gratisverteilung geäußert: Was nichts kostet, dem werde auch wenig Wert beigemessen. Die Missionspublizistik müsse sich dem Markt stellen - und das erfordere neben einem hohen Qualitätsniveau in erster Linie eine Orientierung an den Interessen der Leserinnen und Leser.
Die unbekannten Leser
Genau hier begann das Problem, denn die Redaktionen wussten praktisch nichts über ihre Leser. Erst eine von mehreren Missionswerken in Auftrag gegebene Studie schuf Klarheit: Der Leipziger Medienwissenschaftler Prof. Dr. Michael Haller fand mit Hilfe von Fragebogen und Gruppengesprächen heraus, dass es die Redaktionen mit einer sehr kritischen Leserschaft zu tun haben, die hohe Ansprüche an Texte und Bilder stellt und an die Missionszeitschriften die gleichen - und manchmal sogar höhere - Qualitätsmaßstäbe wie an alle anderen Zeitschriften anlegt.
Mehr Qualität durch Zusammenarbeit
Wie aber sollte es den personell und finanziell eher mager ausgestatteten Missionszeitschriften gelingen, diese Erwartungen zu erfüllen? Schon Medienexperte Teichert hatte Zweifel am Sinn der vielen verschiedenen Zeitschriften geäußert. Könnten nicht durch eine enge Zusammenarbeit der Zeitschriften die vorhandenen Ressourcen viel besser genutzt werden? Sein Vorschlag: Eine "national verbreitete Zeitschrift mit 'regionalem Kopf'" zu konzipieren, aufgeteilt in einen gemeinsam verantworteten Teil und unterschiedliche, von den jeweiligen Missionswerken gestaltete Regionalteile. Genau dies geschieht jetzt. Denn ab Januar 2003 werden sechs evangelische Missionswerke - unter Beibehaltung der eingeführten Zeitschriftentitel - einen gemeinsamen "Mantel" produzieren, der durch regionale Einhefter ergänzt wird.
Ein Mantel für drei Länder
Teilnehmer der Kooperation sind neben "EineWelt" die Zeitschriften "darum" (Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland, Stuttgart), "mitteilen" (Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen, Hermannsburg) und "Zeit für Mission" (Evang.-Luth. Missionswerk in Bayern). Die Kooperation überschreitet sogar Ländergrenzen, denn aus der Schweiz ist der "Auftrag", herausgegeben von "mission 21 - evangelisches missionswerk basel", mit dabei, "Die Brücke" des Evangelischen Arbeitskreises für Weltmission" aus Österreich produziert für ihr Land eine Regionalbeilage zu "EineWelt".
32 Seiten verantworten die sechs Redaktionen gemeinsam, für ihre Regionalteile (zwischen 8 und 16 Seiten) sind sie allein zuständig - bei "EineWelt" wird dies regelmäßig ein "EineWelt EXTRA" von acht Seiten sein. Das bedeutet einerseits mehr Umfang: "EineWelt" wird von 32 auf 44 Seiten wachsen - ein Zuwachs um mehr als ein Drittel.
Viel wichtiger aber sind Inhalt und Qualität, denn dank der Zusammenarbeit von sechs Redaktionen decken wir eine größere Bandbreite an Themen ab und können mehr in die Tiefe gehen: Die Hälfte jedes Heftes wird künftig einem Schwerpunktthema gewidmet, das eine der Redaktionen gründlich recherchieren und aufbereiten kann.
Die zweite Hälfte des Heftes wird, wie gewohnt, Reportagen, Hintergrundberichte, Porträts und Interviews zu verschiedenen Themen enthalten - der abschließende Magazinteil bietet Kurzberichte, Meldungen und vieles mehr.
Mehr "EineWelt"
"EineWelt EXTRA" soll unter anderem zusätzliche Beiträge zum Schwerpunktthema enthalten und einen ausgebauten Service-Teil. Trotz des erheblich ausgebauten Angebots wird der Bezugspreis nur von 11 auf 15 Euro steigen.
Den gleichen Preis verlangen künftig auch alle anderen beteiligten Zeitschriften - und läuten damit das Ende der "Verteilpublizistik" ein. Deren Leser/innen müssen sich entscheiden, ob sie ein Abonnement bestellen. Wer darauf verzichtet, bekommt nur noch den in der Regel achtseitigen Regionalteil der jeweiligen Zeitschriften. "EineWelt"-Leser/innen, ohnehin bereits sämtlich Abonnenten, müssen Sie nichts tun, außer gespannt zu sein auf unser neues Angebot.