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04.06.2010

Edinburgh 1910-2010: "Das Christentum ist heute eine multikulturelle Religion mit Gläubigen in allen bewohnten Kontinenten.“

Grundsatzreferat vor Delegierten aus 60 Ländern

(ÖRK/EMW). "In der Lebenszeit der hier versammelten Menschen hat die Christenheit eine der größten Veränderungen in ihrer 2000-jährigen Geschichte vollzogen“, sagte Dr. Dana L. Robert, Professorin für Missionsgeschichte in Boston, zur Eröffnung der Jubiläums-Konferenz "Edinburgh 2010". „Sie ist heute eine multikulturelle Religion mit Gläubigen in allen bewohnten Kontinenten.“ Die Veränderungen, die sich im Verhältnis von Mission und Einheit der Christenheit seit der ersten Weltmissionskonferenz in Edinburgh 1910 vollzogen haben, beschrieb Dana Robert in ihrem Grundsatzvortrag in drei Schritten.

Schon die Weltmissionskonferenz 1910, so Robert, habe die Hoffnung auf die Christenheit als weltweite Gemeinschaft geweckt. Und das, obwohl die über 1.200 Vertreter protestantischer Missionsgesellschaften weitgehend europäische und nordamerikanische Männer waren, deren Mission im Kontext des westlichen Kolonialismus stattfand.

50 Jahre später, 1963, nach zwei Weltkriegen und in einer Zeit neuer unabhängiger Nationen in Afrika und Asien, war die Weltmissionskonferenz in Mexiko-Stadt ein Durchbruch, so Robert. Die Bedeutung von Mission habe sich zu einer multikulturellen, in und aus vielen Richtungen kommenden und gehenden „Zeugenschaft in sechs Kontinenten“ (so das Konferenz-Motto) gewandelt. „Nur ein gemeinsames Zeugnis der ganzen Kirche, der ganzen Welt kann das ganze Evangelium bringen.“

Der dritte Schritt waren für Dana Robert die politischen Umbrüche von 1989. Nach dem Fall der Berliner Mauer hätte ein kommunistischer Führer gesagt: „Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete.“ Für Mission und Einheit hätten sich daraufhin völlig neue Möglichkeiten ergeben.

„Wie sollen wir das Verhältnis zwischen Mission und Einheit nun in unserer Generation leben?“, fragte Robert zum Abschluss ihres Vortrags die 300 Delegierten aus über 60 Ländern und allen großen Kirchen der Welt. Die Jubiläums-Konferenz will bis Sonntag, 4.6., die Ergebnisse des globalen Studienprozesses „Edinburgh 2010“ zusammentragen. Dem Studienprozess ist es seit 2005 gelungen, so viele verschiedene Traditionen und Strömungen des Weltchristentums wie nie zuvor für ein gemeinsames Projekt zu mobilisieren.

Neuen Studienthemen – darunter „Christliche Mission inmitten anderer Religionen“, „Mission und Macht“ und „Formen missionarischen Engagements“ – werden aus den Blickwinkeln von acht Querschnittsthemen wie „Frauen und Mission“, „Versöhnung und Heilung“ oder „Ökologische Perspektiven“ gemeinsam diskutiert werden. Ziel der Konferenz „Edinburgh 2010“ ist neben den Studienberichten und daraus folgenden Prozessen ein ‚Gemeinsamer Aufruf’ - eine Vision der gemeinsamen christlichen Mission im 21. Jahrhundert -, der am Sonntag, 6. Juni, im Rahmen eines Festakts in der historischen ‚Assembly Hall’ verkündet werden soll, in der 1910 die erste Weltmissionskonferenz stattfand.




 
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