
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Schuldenreport 2009 vorgestellt
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat dramatische Auswirkungen auf zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer. Darauf macht der Schuldenreport 2009 aufmerksam. Einbrüche auf den Exportmärkten, eine rasant anwachsende Verteuerung von Krediten sowie die Verringerung von Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit führen momentan zu einer raschen Neuverschuldung der so genannten HIPC-Staaten (hochverschuldete ärmste Länder).
erlassjahr.de Koordinator Jürgen Kaiser, Mit-Autor des Reportes: „In sieben afrikanischen Staaten droht noch in diesem Jahr die Zahlungsunfähigkeit, weitere sechs weisen ein hohes Risiko von baldiger Staatsinsolvenz auf. Über eigene Mittel zur Ankurbelung der Wirtschaft verfügen die ärmsten Länder, anders als die westlichen Industriestaaten, nicht."
Das wird am Beispiel Ruandas deutlich. Eine Vervierfachung der Nahrungsmittel- und Energiepreise, ein nur geringer Anstieg beim Hauptexporterzeugnis Kaffee sowie miserable Kreditkonditionen auf den weltweiten Finanzmärkten führen dort jetzt in eine Sackgasse. Dringend benötigte Investitionen in den Bereichen Bildung und Gesundheit bleiben aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Ruanda daher erst kürzlich ein hohes Risiko der Zahlungsunfähigkeit bescheinigt.
John Kalenzi, Leiter des Kindernothilfe-Partners AEE (African Evangelistic Enterprise) in Ruanda: „Die Gehälter von Lehrern und Ärzten werden schon heute zum Teil unregelmäßig oder nicht mehr bezahlt. In gerade fertig gestellten Schulen auf dem Land fehlen Lehrer und können auch nicht eingestellt werden. Gleichzeitig fehlen Ärzte und Krankenschwestern. Durch die Aidskatastrophe, aber auch durch Malaria und andere Krankheiten erkranken und sterben zunehmend Kinder und ihre Eltern, weil es schon heute an Medikamenten und Personal mangelt."
erlassjahr.de und die Kindernothilfe fordern künftig faire und transparente Schiedsverfahren für hochverschuldete Staaten. Diese Verfahren verhindern, dass die Staaten Kredite zu völlig überhöhten Zinsen aufnehmen und die Zivilgesellschaft entsprechend einbezogen wird.