
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Erstaunt über das Wachstum evangelischer Kirchen in China seit Ende der Kulturrevolution äußerten sich Delegationsteilnehmer einer Reise ins Reich der Mitte. Als nach dem Ende der Kulturrevolution (1966-1976) im Jahr 1979 die Kirchen wieder geöffnet wurden, bekannte sich etwa eine Million Chinesen zum christlichen Glauben. Heute sind es ca. 15 Millionen und die Zahl steigt weiter.
"Das Wachstum der evangelischen Kirchen in China seit Ende der Kulturrevolution ist erstaunlich." Dies ist das Fazit einer Reise von EMS-Ostasienreferent Lutz Drescher, der Ende Oktober von einer Reise nach China zurückgekehrt ist. Als nach dem Ende der Kulturrevolution (1966-1976) im Jahr 1979 die Kirchen wieder geöffnet wurden, bekannte sich etwa eine Million Chinesen zum christlichen Glauben. Heute sind es ca. 15 Millionen und die Zahl steigt weiter. "Viele Menschen betrachten dieses Wachstum als eine Frucht des Leidens in der Zeit der Kulturrevolution", sagt Drescher. Trotzdem sind Christen und Christinnen bisher eine kleine und auch verletzliche Minderheit in China, die noch dazu unter dem Verdacht steht, einer fremden, dem Imperialismus verbundenen Religion anzugehören. Drescher hat die Beobachtung gemacht, dass sich die chinesische Kirche auf einer Gratwanderung befindet. Auf der einen Seite versucht sie die Freiheit der Religionsausübung zu wahren, indem sie bei vielen, sich bietenden Gelegenheiten ihre Loyalität zu Staat betont. Andererseits bewahrt sie selbstbewusst die Freiheit des Glaubens und nutzt bestehende Freiräume. Auffallend ist das zunehmende Interesse am Christentum sowohl im universitären Bereich, wie auch in intellektuellen Kreisen. Dies stellt die chinesische Kirche und Theologie vor die Herausforderung, auch hier sprachfähig zu sein. Fast 20 Jahre lang durften keine Pfarrer ausgebildet werden. Deshalb besteht ein großer Bedarf am Ausbau von kirchlichen Hochschulen, Bibelschulen und Laienfortbildungszentren. Hier liegt ein Schwerpunkt der Förderung durch das Evangelische Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) mit jährlich 25.000 Euro. Dies wird in China mit Dankbarkeit anerkannt. Obwohl der chinesische Christenrat auf Grund der Geschichte und der speziellen Situation im Land bisher keine offiziellen Verträge mit Missionswerken und Kirchen in Übersee abgeschlossen hat, ist er sehr an Kontakten und Zusammenarbeit interessiert. Wie wichtig dabei Deutschland ist, lässt sich daran ablesen, dass die erste Auslandsreise des neu gewählten Leitungsgremiums des Christenrates im April hierher führen wird. Die Beziehungen zwischen dem EMS und den chinesischen Kirchen haben insofern eine lange Tradition, als sowohl die Basler Mission als auch die Deutsche Ostasienmission (DOAM) dort tätig waren. Nach der Öffnung Chinas hat das EMS als eine der wichtigsten Missionsgesellschaften mit 17 Partnerkirchen inAsien und Afrika vertreten durch den damaligen Ostasienreferenten Dr. W. Glüer wieder Kontakt nach China geknüpft und das Vertrauen der chinesischen Kirche erworben. Da die chinesische Kirche großes Interesse auch an theologischem Austausch hat, bietet sich hier für das EMS ein Feld der Zusammenarbeit.
Der Ostasienreferent des EMS, Lutz Drescher, steht zu weiteren Hintergrundinformationen zur Verfügung (Tel/ Fax.: 0711-63678-30/ 45) e- mail: drescher@ems-online.org).