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15.07.2010
ÖRK-Kommission für Weltmission und Evangelisation will 2012 neues Grundsatzdokument veröffentlichen
(ÖRK.) Die Kommission für Weltmission und Evangelisation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat einen Prozess in Gang gesetzt, um das ökumenische Verständnis der christlichen Mission neu auszurichten. Eine für März 2012 geplante Missionsveranstaltung und eine neue Erklärung zu Mission und Evangelisation, die dem ÖRK auf seiner für 2013 in Busan (Südkorea) geplanten 10. Vollversammlung vorgelegt werden soll, bilden hierbei die beiden markantesten Punkte in diesem Prozess.
Die ÖRK-Kommission für Weltmission und Evangelisation (CWME) fasste diese Beschlüsse in einer Sitzung, die von 7. bis 10. Juni in Edinburgh (Schottland) stattfand, und zwar im Anschluss an die Konferenz Edinburgh 2010“, mit der das hundertjährige Jubiläum der denkwürdigen Edinburgher Weltmissionskonferenz von 1910 gefeiert wurde.
Als verbindlichen missiologischen Text sieht das ÖRK bislang das vom ÖRK-Zentralausschuss 1982 angenommene Dokument "Mission und Evangelisation – Eine ökumenische Erklärung". Dieses Grundsatzdokument stützt sich auf Einsichten aus den Missionstheologien der Protestanten, der Evangelikalen, der Orthodoxen und der römischen Katholiken. Es bewahrt eine fruchtbare Spannung zwischen dem Bekenntnis zur Verkündigung des Evangeliums und der prophetischen Rolle der Kirchen.
Die Ökumenische Erklärung von 1982 war einer der einflussreichsten ökumenischen Missionstexte des vergangenen Jahrhunderts“, sagt der Schriftführer des CWME, Rev. Dr. Jooseop Keum, ein Presbyterianer aus Korea. Aber“, so fügt er hinzu, der Kontext, in dem Mission und Evangelisation stattfinden, hat sich in den letzten drei Jahrzehnten dramatisch verändert.“
Die neue Missionserklärung wird diesem veränderten Kontext Rechnung tragen. Sie wird den ÖRK-Mitgliedskirchen und affiliierten Missionseinrichtungen neue Konzepte und Richtlinien bieten und gleichzeitig auch außerhalb der ÖRK-Gemeinschaft auf Interesse stoßen“, so Keum.
Ihre endgültige Form wird die Erklärung auf einer Missionsveranstaltung erhalten, die im März 2012 an einem noch festzulegenden Ort stattfinden wird. Etwa 120 Abgesandte von ÖRK-Mitgliedskirchen und affiliierten Gremien der CWME sowie etwa 30 Gäste und Berater werden sich mit grundlegenden Fragen zur Mission Gottes in der heutigen Welt und der Art wie sich die Kirchen daran beteiligen können, sowie mit den Hauptschwierigkeiten und Themen auseinandersetzen, die in diesem Zusammenhang angesprochen werden müssen.
Aus dieser Veranstaltung wird die Erklärung im Herbst 2012 zur Sitzung des ÖRK-Zentralausschusses gelangen und von dort weitergeleitet werden an die ÖRK-Vollversammlung, die 2013 in Busan geplant ist.
Zuvor aber wird sich die CWME nächstes Jahr erneut versammeln, dieses Mal in Achimota bei Accra (Ghana). 1958 hatte dort der Internationale Missionsrat (IMR), der eines der Ergebnisse der Weltmissionskonferenz von Edinburgh im Jahre 1910 gewesen war, beschlossen, sich mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen zu vereinigen.
Die Vereinigung von IMR und ÖRK trat 1961 in Kraft, und die CWME wird ihren fünfzigsten Geburtstag am letzten Tag ihrer Sitzung 2011 in Ghana mit einer öffentlichen Veranstaltung feiern. Keum sagt hierzu: Wir werden die Zielsetzungen dieser Vereinigung feiern und wieder aufgreifen, denn bei diesen ging es um die Integration von Kirche und Mission, die bis dahin getrennt gewesen waren.“
Außerdem soll im Oktober 2011 eine Jahrhundertausgabe der International Review of Mission (IRM) veröffentlicht werden, die ein weiteres Ergebnis der Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh war. Während wir den hundertsten Geburtstag dieser Publikation feiern, wird die vierteljährlich erscheinende missiologische Zeitschrift des ÖRK weitere Gelegenheiten für die weitere Umgestaltung des ökumenischen Missionsverständnisses im 21. Jahrhundert bieten.
Bei den circa 25 Mitgliedern der CWME handelt es sich um ÖRK-Mitgliedskirchen, der CWME affiliierte Missionseinrichtungen sowie die breitere Ökumene“. Missionseinrichtungen der römisch-katholischen Kirche, evangelikale Gemeinschaften und Pfingstkirchen sind Vollmitglieder der CWME und nehmen an all ihren Aktivitäten teil.
Die Kommission schafft Raum für den Austausch von Überlegungen, Erfahrungen, Fragen und Entdeckungen zu Inhalt und Methoden des heutigen christlichen Zeugnisses. Ihr Ziel besteht darin, Kirchen und Missionseinrichtungen dazu zu ermächtigen, gemeinsam in der Nachfolge Jesu Christi Mission zu betreiben.