
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Baptistischer Weltbund distanziert sich von Kriegsbefürwortern
In ungewöhnlich scharfer Form hat sich der Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes (BWA), Dr. Denton Lotz, von prominenten Baptisten in den USA distanziert, die die US-Angriffspläne auf den Irak befürworten, meldet der Pressedienst der deutschen Baptisten. Vor allem Leiter der Südlichen Baptisten, der 16 Millionen Mitglieder zählenden größten protestantischen Kirche in den USA, hatten sich für eine gewalttätige Lösung des Irak-Konfliktes ausgesprochen. Ohne diese baptistischen Repräsentanten namentlich zu erwähnen, präsentierte Lotz jetzt eine Erklärung, die er als "Hilfeschrei für die Christen im Nahen Osten" bezeichnete. Islam-kritische und den Krieg befürwortende Äußerungen von Christen seien "ungeschickt und empörend". Sie hätten "zu neuen unsäglichen Leiden für unsere Leute geführt". Lotz wörtlich: "Viele unserer baptistischen Leiter müssen sich vor ihren Regierungen dafür rechtfertigen und erklären, wer Baptisten wirklich sind und wofür sie einstehen." Im Irak lebten unter den 22 Millionen Einwohnern rund 600.000 Christen. Diese Minderheit "braucht dringend unsere Gebet und unsere Unterstützung", so Lotz. Nach seiner Einschätzung werde ein Krieg im Nahen Osten "eine verheerende Wirkung auf alle christliche Missionen haben". Moslems in aller Welt würden einen Krieg gegen den Irak als einen Krieg von Christen gegen Moslems ansehen. Deshalb werde ein Krieg "das christliche Zeugnis unserer Brüder und Schwestern im Nahen Osten belasten, die ja schon so viele Jahre in einer schwierigen Minderheiten-Situation leben". Ausdrücklich verweist Lotz darauf, dass sich Baptisten weltweit den Millionen Menschen angeschlossen hätten, die gegen einen Krieg opponierten: "Wir ehren Christus, den Friedensfürsten, der uns gerufen hat, Friedensstifter zu sein". Es sei eine der vordringlichsten Aufgaben der Nachfolger Jesu Christi, "nicht das Schwert zu erheben sondern das Kreuz". Lotz ruft ferner dazu auf, in den kommenden Wochen um Weisheit für alle Politiker zu beten, "dass allen Regimen dieser Welt Einhalt geboten wird, die Menschen unterdrücken, Religionsfreiheit verweigern und Gottes Ruf nach Gerechtigkeit und Recht nicht ernst nehmen. Wir wollen darum beten, dass der Kreis der demokratischen Staaten genug Weisheit empfängt, um in diesen apokalyptischen Tagen Frieden in diese Welt zu bringen". Zum Baptistischen Weltbund gehören rund 45 Millionen Mitglieder in 204 Baptistenbünden.