
Titelbild: Monika Herold
Die "EineWelt" 4/2011 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Partnerschaft in Bewegung: Kirchliche Nord-Süd-Partnerschaften im Wandel"
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Eine Initiative evangelischer Missionswerke, Verbände und Kirchen unter dem Dach des EMW
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
Der aktuelle Jahresbericht (Downloads)
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Kennen Sie schon die Weltkarte in der Peters Projektion?
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Freude über Hilfe aus Deutschland - Lage bessert sich - Politik noch immer unbefriedigend
Sehr geehrte Damen und Herren,
ein Jahr ist seit dem letzten Weihnachtsbrief vergangen. Ein Jahr, in dem sich in Simbabwe viel getan hat. Dank Ihrer großzügigen Spenden konnte vielen Menschen ein Neuanfang ermöglicht werden. Die Kolleginnen und Kollegen des ökumenischen Netzwerkes haben in den befriedeten Regionen für Familien und ganze Dörfer die Grundlage für ein eigenständiges Leben gelegt. Und so kann ich Ihnen zum Weihnachtsfest 2009 gute Nachrichten übermitteln: das Hausbau- bzw. Wiederaufbauprogramm ist fast abgeschlossen. Eine Hühnerfarm, eine Schneiderkooperative und andere Projekte sind entstanden – eine wichtige Maßnahme, um der großen Arbeitslosigkeit zu begegnen, die aktuell bei rund 90 Prozent liegt. Vor einigen Wochen erreichte mich eine CD mit Bildern von strahlenden Familien vor ihrer neuen Unterkunft.
Inzwischen ist auch die Organisation von wöchentlichen Hilfstransporten aus einem Nachbarland gelungen, und wir alle sind froh und dankbar, dass sich immer wieder Fahrer finden, die sich trotz der Gefahren, Straßensperren und Bedrohungen (ein Transport wurde 21mal angehalten) trauen, die Hilfsgüter tonnenweise direkt zu den Menschen zu bringen.
Auch politisch ist etwas in Bewegung gekommen. Die Opposition (MDC) ist an der Regierung beteiligt und hat durch die Einführung des US-Dollar und des südafrikanischen Rand als Zahlungsmittel die Hyperinflation in den Griff bekommen. Die Läden sind wieder gut bestückt. Das sind Zeichen dafür, dass sich in Simbabwe wirklich etwas ändern kann.
Gleichwohl hat sich die Lage leider in den letzten vier Wochen wieder zugespitzt. Ein UN-Sondergesandter wurde nicht ins Land gelassen, ein deutscher Pater, der auf dem Weg ins Krankenhaus war, um einen Jungen aus der Gemeinde abzuholen, wurde überfallen und zusammengeschlagen: Bei einer Lieferung von Baumaterialien wurden alle Straßen abgeriegelt, um die Empfänger und Lieferanten zu beobachten und zu behindern. Die Kommunikation ist zur Zeit dadurch erschwert, dass eine 6-stellige Telefonrechnung kam, die natürlich niemand bezahlen kann.
Dennoch gibt es mutige Menschen, die Informationen aus dem Land herausschmuggeln. Die Minister der Opposition wechseln täglich den Schlafort, weil ihnen immer noch die willkürliche Verhaftung droht. Ein großes Problem stellt nach wie vor die Versorgung und Unterbringung der vielen Waisenkinder da. Inzwischen haben fast alle Bischöfe und auch Minister der MDC privat bis zu 20 Kinder und Jugendliche aufgenommen. Hunger, mangelnde hygienische Bedingungen und das zusammengebrochene Gesundheitssystem führten dazu, dass das Durchschnittsalter nur noch 35 Jahre beträgt und die Kindersterblichkeit in den letzten Monaten kontinuierlich steigt.
Dennoch: die Helferinnen und Helfer bleiben dran. Und sie tun dies mit tiefer Dankbarkeit für Ihr Engagement in den Gemeinden, im Kirchenkreis, in der Öffentlichkeitsarbeit und der Verwaltung, für Ihre großzügigen Spenden, deren Summe bislang rund 95.000 Euro beträgt - ein unglaubliches Ergebnis! – und Ihre Anteilnahme und Gebete.
Und so grüße ich Sie von den Menschen in Simbabwe auf das Allerherzlichste und gebe in Ihrem Namen und ausdrücklich auch im Namen der Familien, denen Sie geholfen haben ein, den tief empfundenen Dank weiter: für die Ihre Hilfe, mit der Sie soviel Hoffnung und Trost in eine der Wüstengegenden dieser Erde gesandt haben.
Die Dankbarkeit der Kollegen und der betreuten Menschen kennt keine Grenzen. Jede Woche erreichen mich Grußbotschaften und Dankesbriefe. Diesen Dank gebe ich Ihnen gerne weiter. Für die Kollegen sind Sie alle zu Freunden geworden, denen Sie vorbehaltlos vertrauen.
Verbunden mit den besten Wünschen für eine gesegnete Advent- und Weihnachtszeit für Sie und Ihre Familien!