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31.03.2008

Interreligiöse Partnerschaft organisiert Trinkwasser

Für Tausende Menschen in Ruanda stellt ein Projekt, das aus der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft entstanden ist, sauberes Wasser zur Verfügung

Ein Wasserprojekt für Gemeinwesen, das im ostruandischen Bezirk Kirehe eröffnet wurde, ist Beispiel einer neuen Form der Zusammenarbeit zwischen Religionsgemeinschaften und dem öffentlichen sowie privaten Sektor zur Förderung von humaner Entwicklung und Frieden. “Für Afrika ist dieses Ereignis ein Meilenstein für die interreligiöse Zusammenarbeit sowie für Partnerschaften mit der öffentlichen Hand wie der Privatwirtschaft“, erklärte Pfarrer Dr. Ishmäl Noko, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB) und Präsident der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA), aus Anlass der Eröffnung des IFAPA-Projekts.

Es soll bis zu 21.600 Menschen in dem Gebiet um Gatore im Bezirk Kirehe mit sauberem, gesundem Trinkwasser versorgen. Finanziell wie technisch unterstützt wird das Projekt vom Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé. Das Ruanda-Programm der LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD) koordiniert die Durchführung, während das Projekt selbst von der Interreligiösen Kommission Ruandas verwaltet wird. Vor Ort ist ein Ausschuss aller, die von dem Projekt profitieren und dem Mitglieder aller bedeutenden Religionsgemeinschaften in der Region angehören, für den täglichen Betrieb verantwortlich. Nestlé stellt für das Projekt knapp 350.000 US-Dollar zur Verfügung.

Bikoro Munyanganizi, ruandischer Minister für Wasser, Umwelt und Ressourcen, eröffnete gemeinsam mit Noko und Niels Christiansen, Vizepräsident für öffentliche Angelegenheiten der Nestlé-Gruppe, das Projekt und betonte die Bedeutung von verlässlichem Engagement, Partnerschaft und gutem Ressourcenmanagement.

“Eine so bedeutende Anzahl Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, passt hervorragend zu der Grundhaltung Nestlés, so zu investieren, dass die Gesellschaft langfristig davon profitiert“, erklärte Christiansen. Er würdigte die Partnerschaft “im Rahmen dieses Unterfangens, das von entscheidender Bedeutung ist für die Entwicklung nachhaltiger Wasserkonzepte in afrikanischen Gemeinwesen“.

Noko bewertete das Wasserprojekt in Gatore als “greifbares Ergebnis des Engagements von IFAPA zur Förderung praktischer Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Religionsführerinnen und Religionsführern sowie Religionsgemeinschaften auf dem ganzen Kontinent mit dem Ziel, Frieden zu fördern und Konflikte zu verhindern.“ Es ziele darüber hinaus auf eines der entscheidenden Erfordernisse für eine humane Entwicklung in Afrika - den Zugang zu sauberem Wasser für alle Menschen - und werde die besonders schwere Last erleichtern, die der mangelnde Zugang zu gesundem Trinkwasser insbesondere Frauenn und Kindern aufbürde, so Noko.

“Armut und Unterentwicklung in Afrika bieten fruchtbaren Boden für Konflikte. Arbeiten jedoch diejenigen, die im religiösen Bereich Verantwortung tragen, zusammen, können sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Entwicklung und Frieden auf diesem Kontinent gleichermassen voranzutreiben“, stellte Noko weiter fest.

“Dieses Projekt bewirkt mehr, als Menschen mit Wasser zu versorgen, denen es bisher daran mangelte“, erklärte Scheich Yussuf Bizuru, Grossimam der Ostprovinz von Ruanda, der den Mufti von Ruanda, Scheich Saleh Habimana, vertrat. “Afrika und der Welt bietet sich hier ein Vorbild harmonischer interreligiöser Zusammenarbeit zur Förderung von Entwicklung und Frieden“, so Bizuru.

Im Ausschuss der Nutzniesserinnen und Nutzniessern des Projekts sind insbesondere Frauen stark vertreten. Sie werden eine wesentliche Rolle dabei spielen, dass sich das Gemeinwesen mit dem Projekt identifiziert und es gut verwaltet wird. “Wir sind entschlossen, die Verwaltung des Wassersystems zu gewährleisten. Wir wissen, dass wir Verantwortung dafür tragen, bei Problemen dafür zu sorgen, dass es instand gehalten wird“, so Marie Jeanne Uwanyirigira, der in Anerkennung ihrer Aufgabe im Wasserausschuss eine Urkunde verliehen wurde.

Der Bau der Wasserleitungen in Gatore soll die bestehende Infrastruktur ergänzen und dazu beitragen, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner der Region Zugang zur Wasserver- und Abwasserentsorgung haben. Damit kann in Kirehe die öffentliche Gesundheit und Hygiene sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit deutlich verbessert werden. Die direkte Versorgung von Schulen mit Trinkwasser wird die Belastung von Kindern und Müttern erheblich reduzieren, die bis zu zwölf Stunden täglich damit verbringen, das Minimum von 60 Litern Wasser zu beschaffen, dass eine Familie braucht.




 
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