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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Junger Menschen leisten wesentlichen Beitrag zu Evangelisierung, Bibelarbeit und Sonntagsschulen – Vorbereitungsveranstaltung auf Vollversammlung in Deutschland
Junge Erwachsene aus den afrikanischen Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben die Kirchenleitungen des Kontinents aufgerufen, ihnen ihren rechtmäßigen Platz und angemessene Teilhabe einzuräumen, damit die Kirche sich besser entwickeln könne.
Bei der Vorstellung ihrer Botschaft im Rahmen der Vorbereitenden Konsultation zur LWB-Vollversammlung für die Region Afrika, die vom 24. bis 28. März in Abuja (Nigeria) stattfand, betonten die 22 JugendvertreterInnen, dass in jeder Gesellschaft die Jugend Kraft und Zukunft der Menschheit verkörpere.
An der Tagung, die eine Kirchenleitungskonferenz einschloss, nahmen rund 90 Personen aus den 31 LWB-Mitgliedskirchen in Afrika sowie von Missionspartnern der Kirchen, ökumenische Gäste aus der Region und LWB-Mitarbeitende teil. Die Tagung wurde von der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria (LKCN) und der Lutherischen Kirche Nigerias (LKN) gemeinsam ausgerichtet. Die Begegnung stand unter dem Thema “Unser tägliches Brot gib uns heute - Die Kirche in Afrika heute” und diente der Vorbereitung der Delegierten auf die Elfte Vollversammlung des LWB, die im Juli 2010 in Stuttgart stattfinden wird.
Die Jugendbotschaft entstand im Rahmen einer eintägigen Konsultation im Vorfeld der Gesamttagung in Abuja, bei der die JugendvertreterInnen die folgenden Themen diskutierten:
Verbreitung von Informationen durch den LWB, der Jugend in der Kirche zugewiesene Rollen, Leitungskonflikte und christliche Verantwortung in der Kirche, menschliche Sexualität, Klimawandel und Ernährungssicherheit sowie Solidarität mit jungen Menschen in der Lutherischen Gemeinschaft im südlichen Afrika (LUCSA - Lutheran Communion in Southern Africa) im Blick auf die Fussball-Weltmeisterschaft 2010.
Die jungen Erwachsenen riefen die Kirchen dazu auf, ihren wesentlichen Beitrag in den Bereichen Evangelisierung, Bibelarbeit und Sonntagsschule anzuerkennen und in den Blick zu nehmen. Den LWB forderten sie auf, insbesondere in Afrika für die Umsetzung des Beschlusses der Vollversammlung in Curitiba (Brasilien) 1990 zu sorgen, der eine 20-prozentige Jugendbeteiligung in den Entscheidungsfindungsprozessen der Kirchengemeinschaft vorsieht.
Weiter riefen sie den LWB auf, mit Finanzhilfen die Wirksamkeit subregionaler Jugendaktivitäten zu gewährleisten, die dazu dienen, einen sinnvollen Beitrag junger Menschen zur Förderung der lutherischen Kirchengemeinschaft zu ermöglichen.
Menschenhandel, egal welcher Form, stehe im krassen Gegensatz zur Menschenwürde, so die afrikanischen lutherischen JugendvertreterInnen, die die Kirchen aufforderten, die Problematik in den Blick zu nehmen und zu handeln. Sie stellten fest, Armut und Unwissenheit seien Hauptursache des Menschenhandels.
Im Blick auf die Frage der Ernährungsunsicherheit ermutigten die Jugenddelegierten zur Durchführung landwirtschaftlicher Maßnahmen, etwa im Bereich Trockenfeldbau, um so der Armutsproblematik entgegenzuwirken. Wichtig seien darüber hinaus Kampagnen zur Bewusstseinsbildung, um mehr Informationen und Wissen über die Folgen der Entwaldung zu vermitteln. In Trockengebieten sollte, so die Jugend, die Neuanpflanzung von Wald Priorität haben, um Dürre, Wüstenbildung und Überschwemmungen einzudämmen.
An die Verantwortlichen der LWB-Mitgliedskirchen in Afrika richteten sich die Erwartung, dass Anstrengungen unternommen werden, um den Geist der Spaltung zu überwinden, der zu Konflikten auf der Leitungsebene führe, und unter den Kirchen des Kontinents eine Gemeinschaft aufzubauen, die von Einheit und gegenseitiger Solidarität geprägt ist.
Für die weitere Diskussion des “entscheidenden Themas” Ehe, Familienleben und menschliche Sexualität forderten die Jugenddelegierten “klare Wegweisung” ein.