
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Teilnehmer übergeben Forderungsmemoranden an Parlament in Kapstadt sowie an die US-Regierung
Kapstadt (EMS). Während des bisher größten AIDS-Marsches in der Geschichte Südafrikas haben bis zu 20.000 Menschen aus allen Provinzen des Landes in einem Memorandum von der Regierung Mbeki Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten und mehr Präventionsmaßnahmen gefordert. Wie Sprecher Zacki Achmat von der Nichtregierungsorganisation Treatment Action Campaign (TAC) informierte, übergaben die Demonstranten aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft, darunter zahlreiche HIV/AIDS – Infizierte, dem südafrikanischen Parlament aus Anlass der Eröffnung der diesjährigen Parlamentssitzungen im Februar ein Memorandum mit ihren Ansprüchen. "Der tägliche Tod von rund 600 Menschen als trauriges Ergebnis der Krankheit macht eine nationale Antwort zum Stopp dieses Sterbens und sozialen Elends notwendig", heißt es darin.
Kernstück des Memorandums sind drei Forderungen zur Bewältigung der Gesundheitskrise im Land. Kritisiert werden der Stand der Umsetzung des nationalen Präventions - und Behandlungsplans, die schleppende Bereitstellung antiretroviraler Medikamente und die zunehmende Zweiklassenmedizin in Südafrika. Durch diese ist es für HIV/AIDS-Patienten im öffentlichen Gesundheitswesen fast unmöglich, lebensrettend behandelt zu werden. Nach verschiedenen Konsultationen der gesellschaftlichen Repräsentanten von Gewerkschaften, Frauenorganisationen, religiösen Gruppen, medizinischen und Organisationen von Schwulen und Lesben waren solche Maßnahmen zur Bewältigung der HIV/AIDS-Krise bereits im November letzten Jahres beschlossen worden. "Nun komme es auf deren schnelle Umsetzung zur Bekämpfung der Epidemie an. Insbesondere heilbare Krankheiten wie Lungenentzündung und Tuberkulose, welche Indikatoren für eine HIV/AIDS-Infektion sind, müssten nicht tödlich enden", heißt es.
In einem Schreiben an den amerikanischen Präsidenten Bush und die Mitglieder des US-Kongresses mahnen die Demonstranten ausstehende Zahlungen für den Globalen Fond zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria an.
Wie es in dem Brief weiter heißt, ist die US-Regierung die einzige in der Welt, die innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO ) ein greifbares Abkommen über den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten für alle Bereiche öffentlicher Gesundheit in allen Ländern untergräbt. "Ihre Kompromisslosigkeit zerstört das Vertrauen in multilaterale Handelsabkommen, wenn die Menschen den Tod als Folge von Verhandlungen sehen, welche zum Schutz des Profits der Pharmagesellschaften geführt werden", erklären die Verfasser gegenüber der amerikanischen Regierung. Sie fordern den bedingungslosen Generikaimport durch arme Länder für alle Krankheiten einschließlich HIV/ AIDS, Tuberkulose, Malaria, Krebs, Diabetes und Asthma.
Das Evangelische Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) unterhält Beziehungen zu seiner Partnerkirche Moravian Church in Südafrika und ist gleichzeitig über das bundesweite Aktionsbündnis gegen AIDS/HIV mit der Nichtregierungsorganisation Treatment Action Campaign (TAC) verbunden.