
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Durch einen Krieg in Irak sehen katholische Bischöfe die Existenz der Kirchen bedroht
Ein Krieg im Irak wird nicht nur politische, soziale oder wirtschaftliche Folgen haben, sondern auch die christliche Präsenz im Irak gefährden. Die irakischen katholischen Bischöfe fürchten nach Angaben des internationalen Hilfswerks "Kirche in Not/ Ostpriesterhilfe" in München bereits um den Fortbestand ihrer Kirche. Grund hierfür sei die anhaltende Auswanderung irakischer Christen, die sich durch die Kriegsdrohung noch verstärkt habe. Obwohl viele Christen im geheimen einen Sturz des Regimes von Saddam Hussein begrüßen würden, fragten sie sich voller Angst, was nach dem Diktator käme. Wer könne, gehe nach Jordanien oder ins westliche Ausland, darunter viele der Fähigsten. Wie "Kirche in Not" - Mitarbeiter in Bagdad erfahren hätten, wollten angesichts einer Arbeitslosenquote von fünfzig Prozent, einer abgewerteten Währung und sehr trüben Zukunftsaussichten sehr viele junge Leute das Land verlassen.
Von den 23 Millionen Einwohnern des Iraks bekennen sich 97 Prozent zum Islam, etwa zwei Drittel von ihnen zur sunnitischen, ein Drittel zur schiitischen Richtung. Etwa drei Prozent der Iraker sind Christen, die Hälfte davon Katholiken, die mehrheitlich der mit Rom in Gemeinschaft stehenden chaldäischen Kirche angehören. Sie leitet ihren Ursprung vom Apostel Thomas ab, der in dieser Region von 42 bis 49 nach Christus missionierte.
Auch nach Meinung des Vatikan-Vertreters der Chaldäer, Philip Najim, hätte ein Krieg verheerende Folgen für die Christen in der Region und für alle Iraker. Es fehle am Nötigsten. Es mangele an sauberem Wasser, Nahrung und Elektrizität. Ein Krieg würde die Zustände nochmals verschlechtern. Schon die Bedrohung durch den Krieg habe zu steigender Kriminalität unter der Jugend geführt. Viele Menschen im Irak machten den Westen dafür verantwortlich. Da das Christentum als eine westliche Religion angesehen werde, sähen sich die Christen des Iraks mit einer wachsenden feindlichen Haltung ihrer Landsleute konfrontiert.
Nach eigenen Angaben hat "Kirche in Not" in den letzten Jahren den chaldäischen Christen, den Katholiken des syrischen Ritus und den orthodoxen Assyrern mit insgesamt jährlich etwa 250.000 Euro geholfen. "Wir tun alles, um das Christentum im Irak zu erhalten", sagt Klaus Wundlechner vom deutschen Zweig des Hilfswerks. In den letzten Monaten habe "Kirche in Not" vor allem Existenzhilfe an Priester und Ordensleute gegeben, die "die gerade jetzt so wichtige seelsorgliche und soziale Arbeit leisten." Falls nötig werde das Hilfswerk nach einem Krieg das Mögliche tun, um Flüchtlingen zu helfen und zerstörte kirchliche Einrichtungen wieder aufzubauen, damit sich das Christentums im Nahen Osten weiterhin kraftvoll und lebendig entfalten könne.