
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Illustration eines indischen Künstlers für das Friedensgebet eines Afrikaners


Mit dem Aufruf, besonders in Zeiten des Unfriedens Versöhnung zu suchen und die Straße der Gewalt zu verlassen, startet das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) in das neue Jahr. Ökumenisch fordert das EMW gemeinsam mit dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio und dem Deutschen Katholischen Missionsrat (DKMR) mit dem Ökumenischen Friedensgebet Christen dazu auf, sich für Versöhnung und Frieden in der ganzen Welt einzusetzen. „Verschone uns vor der Bedrohung durch religiöse Fundamentalisten und bewahre uns vor korrupten Führern“, heißt es im Friedensgebet 2010.
Das Ökumenische Friedensgebet wurde von dem nigerianischen Erzbischof Ignatius Kaigama formuliert. Kaigama hat wiederholt Schlagzeilen gemacht, als er während gewalttätiger Ausschreitungen mit dem Emir von Wase, einem hohen muslimischen Führer in Nigeria, zu Frieden und Versöhnung zwischen Christen und Muslimen aufrief und somit blutige Konflikte beendete. „Politik und Religion werden benutzt, um Gewalt auszuüben, Armut, Krankheit und Unsicherheit plagen unser Land“, beschreibt Kaigama im Friedensgebet die Situation in vielen Ländern der Welt. Illustriert wurde das Gebet von dem indischen Künstler Arun Pardhe.
Das Gebet
Gnädiger, liebevoller und teuerster Vater,
Dein Friede ströme wie ein Fluss
in unsere Herzen und Häuser.
Entferne die Hürden zum Frieden
und gib uns ein lebendiges Herz,
damit wir,
Deine Kinder aller Kulturen und Religionen,
wirklich glücklich leben und gedeihen.
Unsere Welt sei eine echte Nachbarschaft,
in der niemand aufgrund seines Glaubens
oder seiner Farbe
unter Diskriminierung leidet.
Himmlischer Vater,
wir schlafen mit einem offenen Auge
und wachen voller Sorge,
denn Gewalt und Konflikt
werden zu unwillkommenen Besuchern.
Politik und Religion werden benutzt,
um Gewalt auszuüben,
Armut, Krankheit und Unsicherheit
plagen unser Land.
Gewähre unserer zerbrochenen
und leidenden Welt Frieden –
einen Frieden,
der die Frucht von Gerechtigkeit ist.
Verschone uns vor der Bedrohung
durch religiöse Fundamentalisten
und bewahre uns vor gefühllosen
und korrupten Führern.
Befreie uns von ethnischen Feindseligkeiten
und erlöse uns von politischen Krisen
und schlechter Regierungsführung.
Rette uns auch aus Umwelt- und Naturkatastrophen.
Schenke uns inneren Frieden,
Solidarität und Harmonie,
damit durch unseren Beitrag die Welt
zu einem nachbarschaftlichen Miteinander
von wahren Brüdern und Schwestern wird.
O Gott, Deine Liebe für Nigeria
und Mutter Afrika ist groß.
Du weißt um den Hunger,
die Krankheiten und die Folgen von Gewalt.
Du weißt, dass Kinder, Jugendliche und Mütter
durch Konflikte vertrieben werden.
Du kennst korrupte Regierungen
und das Unrecht der Übeltäter.
Wir sind der Schmerzen und des Leidens müde.
Vater, öffne der Welt die Augen,
damit sie nach dem Gemeinwohl aller strebe.
Dir seien Ehre und Herrlichkeit durch Christus,
den Friedensfürsten. Amen.
Ignatius A. Kaigama;
Erzbischof von Jos/Nigeria
Das Ökumenische Friedensgebet ist in deutscher, englischer und französischer Sprache kostenlos erhältlich.