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12.03.2004

Für Ende der Sanktionen gegen Nordkorea

Westliche Politiker sollen Alternativen zur bisherigen Korea-Politik entwickeln.

Für ein Ende der internationalen Sanktionen gegen Nordkorea hat sich der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Rolf Koppe, ausgesprochen. "Die Sanktionen haben nicht dazu geführt, dass sich etwas zum Positiven verändert, sondern eher zu einer Verhärtung", sagte er am Mittwoch vor Journalisten in Hannover bei einem Treffen mit Kirchenvertretern aus Nord- und Südkorea. Die Politiker sollten nach anderen Wegen suchen, den Friedensprozess in dem geteilten Land in Gang zu bringen.

Koreanische Kirchenvertreter trafen sich in Deutschland, um sich gegenseitig besser kennenzulernen und um sich über die Hintergründe der deutschen Wiedervereinigung zu informieren. "Die Teilung Koreas ist viel schlimmer als die deutsche Teilung je war", sagte der Südkoreaner Heung-ki Lim vom Nationalen Rat der Kirchen in Korea (NCCK). Besuche von Privatpersonen seien nicht möglich.

Der NCCK, der rund die Hälfte der rund zehn Millionen Christen in Südkorea vertritt, habe es sich zur Aufgabe gemacht, für Versöhnung und eine friedliche Wiedervereinigung einzutreten. Dies sei jedoch nicht leicht, denn nach dem koreanischen "Bruderkrieg" sitze der Antikommunismus auch bei vielen Christen tief. So beschwörten konservative Kirchen, die nicht dem NCCK angehören, die unverbrüchliche Zusammenarbeit mit den USA und hegten nach wie vor feindliche Gefühle gegen den Norden.

Der Nationale Rat der Kirchen pflege offizielle Kontakte zu den rund 13.000 Christen in Nordkorea, die zum Teil auch von der Regierung genutzt würden. So würden etwa die Lieferungen von Dünger oder Nahrungsmitteln über kirchliche Kanäle eingefädelt. "Wenn die Regierung von sich aus aktiv werden würde, stieße sie auf zu viel Widerstand", sagte Lim. In Nordkorea leben rund 23 Millionen Menschen, in Südkorea etwa 47 Millionen. (ekd 10.3.04)




 
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