
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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In einem Hirtenbrief haben die Bischöfe der lutherischen, anglikanischen und Römisch-katholischen Kirchen im südlichen Afrika die Regierung zu verantwortlichem Handeln aufgefordert.
Das Schreiben wirft der Regierung des kleinen Königreichs in Südafrika Missachtung der geltenden Landes- und völkerrechtlichen Gesetze vor. Politische Führer ignorierten z. B. die Beschlüsse der Gerichtsbarkeit. Es heißt darin: "Wir sind erschüttert darüber, dass die Richter des 'Court of Appeal' (das höchste Gericht in Swasiland) sich aufgrund andauernder Konflikte zwischen Judikative und Exekutive genötigt fühlten, ihre Ämter niederzulegen. Das Leben in einem permanenten Ausnahmezustand, in dem Grundrechte jederzeit willkürlich beschnitten werden können, schafft ein Gefühl der Angst und Unsicherheit in unserem Volk." Als Konsequenz fordert das Schreiben die schriftliche Niederlegung eines Grundgesetztes (Bill of Rights), in dem "der wahre Respekt Swasilands für alle Menschen" formuliert wird.</p> <p>Weiterhin wirft der Hirtenbrief dem König von Swasiland, Mswati III, die Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. "Das Leid von so vielen unserer Menschen durch Hunger, Aids und Armut muss Vorrang vor dem nicht wirklich notwendigen Luxus haben", fordert der Brief mit Hinweis darauf, dass der König sich kürzlich mit öffentlichen Geldern einen Privat-Jet gekauft habe.</p> <p>"Aus verlässlicher Quelle wissen wir", schreiben die Bischöfe weiter, "dass die Zahl der Menschen ohne ausreichende Nahrungsversorgung bei 300.000 liegt." Das ist ein Drittel der Bevölkerung Swasilands von ca. 1,1 Millionen. Der Anteil der HIV-infizierten Erwachsenen liege bei 40 Prozent. "Dies fordert von unserer Führung die Erklärung des Nationalen Notstands und die Mobilisierung lokaler und internationaler Hilfe", fordert der Hirtenbrief.</p> <p>Für den 8. Februar riefen die Bischöfe alle Christen Swasilands zu einem "nationalen Tag des Gebets" auf, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.