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Meldung im Detail

19.06.2009

FIAN protestiert gegen deutsche Kaffee-Firma

Menschenrechtsorganisation klagt bei der Bundesregierung gegen Vertreibung von Menschen durch deutsches Unternehmen

Die Menschenrechtsorganisation FIAN hat beim Bundeswirtschaftsministerium eine Beschwerde gegen die Vertreibung von 400 ugandischen Kleinbauernfamilien eingereicht. Die Familien mussten einer Kaffeeplantage der deutschen Neumann Kaffee Gruppe weichen. "Indem sie die Vertreibung toleriert hat, hat die Neumann Kaffee Gruppe eindeutig gegen die OECD-Richtlinien für Multinationale Unternehmen verstoßen", erklärt Gertrud Falk von FIAN Deutschland. FIAN und die Gruppe der Vertriebenen fordern die Nationale Kontaktstelle der OECD im Bundeswirtschaftsministerium auf, in dem seit acht Jahren andauernden Konflikt in Uganda zu vermitteln. Das Unternehmen hat bisher Gespräche mit den Opfern verweigert.

Die Kaweri Kaffeeplantage in Uganda wurde am 24. August 2001 von Firmenchef Michael R. Neumann und Staatspräsident Yoweri Museveni eingeweiht. Drei Tage vorher waren über 2.000 Bewohner des Landes gewaltsam von der ugandischen Armee vertrieben worden, darunter zahlreiche Kinder. Bis heute wurden sie für den Verlust ihres Besitzes nicht entschädigt. Peter Kayiira, der Sprecher der Vertriebenen, erläutert: "Wir haben die Geschäftsführung von Neumann mehrfach gebeten, unsere Anstrengungen um Wiedergutmachung zu unterstützen. Leider erfolglos. Die Firma hat sogar versucht, das laufende Gerichtsverfahren zu verhindern."

Die OECD-Richtlinien verlangen von multinationalen Unternehmen verantwortliches Handeln im Gastland, unter anderem den Respekt der Menschenrechte. Aus menschenrechtlicher Sicht hätte die Firma die Folgen ihres Investitionsprojekts vor Vertragsschluss mit der ugandischen Regierung eingehender prüfen müssen. Gertrud Falk, Vertreterin von FIAN, erklärt: "Die Mehrheit der Betroffenen kann sich seit der Vertreibung nicht mehr ausreichend ernähren. Die Einschulungsraten für die weiterführenden Schulen sind seitdem drastisch zurückgegangen, weil die Familien das Schuldgeld nicht mehr aufbringen können. Diese Verletzungen sozialer Menschenrechte hat das Unternehmen mit zu verantworten."




 
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