
Titelbild: Monika Herold
Die "EineWelt" 4/2011 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Partnerschaft in Bewegung: Kirchliche Nord-Süd-Partnerschaften im Wandel"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Kirchen gemeinsam im Einsatz für Überlebende
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) unterstützt ein Hilfsprojekt für Opfer von sexueller Gewalt im Kongo mit 14.000 Euro. Das Projekt wird von der Baptistischen Kirche im Zentralen Afrika (CBCA) durchgeführt, einer Mitgliedskirche der VEM in der DR Kongo.
Jeden Tag werden im Osten der Demokratischen Republik Kongo unzählige Mädchen und Frauen Opfer von Vergewaltigungen. Aus einem Bericht von Ärzte ohne Grenzen geht hervor, dass sich im Zeitraum Januar bis Oktober 2007 in Nordkivu mehr als 2.375 Opfer sexueller Gewalt in ärztliche Behandlung begeben haben, wobei anzunehmen ist, dass die Dunkelziffer betroffener Frauen weit höher liegt. Neben dem tiefen Trauma, das die Opfer erleiden, werden viele von ihnen mit dem Aidsvirus infiziert und infolge der Vergewaltigung von ihren Ehemännern und Familien verstoßen. Das bedeutet, dass die betroffenen Frauen – unter Schock, HIV-infiziert und nicht selten ungewollt schwanger – über Nacht mittellos auf sich allein gestellt sind, wenn sie am dringendsten Hilfe brauchen.
Hier will die Kirche betroffene Mädchen und Frauen auffangen. Das Programm, das von der Frauen- und Familienabteilung der CBCA in Katwa umgesetzt wird, möchte Opfern psychische, soziale und wirtschaftliche Hilfe anbieten und sie in der Gesellschaft rehabilitieren.
Die VEM hat schon in vergangenen Jahren Hilfsprogramme für Opfer von sexueller Gewalt im Kongo unterstützt, unter anderem die Ausbildung von zwei Trauma-Beraterinnen. Diese sollen jetzt bei der Durchführung des Programms in Katwa mitwirken.
Ob sich die Situation für Frauen im Kivu nach Unterzeichnung des jüngsten Waffenstillstandsabkommens vom 23. Januar bessern wird, bleibt abzuwarten. Denn die ungesühnten Kriegsverbrechen der vergangen Jahre haben zu einer Brutalisierung der Gesellschaft geführt: Wurden die meisten Vergewaltigungen früher von Mitgliedern militanter Gruppen begangen, werden nun auch Zivilisten zu Sexualstraftätern, heißt es in dem Projektantrag der CBCA. Gewalt an Frauen ist nun ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die unzähligen Kinder, die aus Vergewaltigungen hervorgehen, drohen ebenfalls verstoßen auf der Straße zu landen. Dieses "Phänomen", heißt es im Projektantrag, "ist eine Zeitbombe der kongolesischen Gesellschaft von morgen".