
Titelbild: Monika Herold
Die "EineWelt" 4/2011 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Partnerschaft in Bewegung: Kirchliche Nord-Süd-Partnerschaften im Wandel"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Hilfe für Menschen mit HIV/AIDS vorhanden, aber nicht genügend organisiert
Kirchen und Glaubensgemeinschaften sollten die internationale Hilfe im Zusammenhang mit HIV/AIDS in Afrika koordinieren, forderte Dr. Agnes Abuom aus Kenia bei der Zentralausschusssitzung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) am Mittwoch, 30. August, in Genf. Dr. Abuom, die auch Mitglied des Exekutivausschusses des ÖRK ist, sprach vor Journalisten bei einer Präsentation der ökumenischen HIV/Aids-Initiative in Afrika (EHAIA).
Jedes Jahr würden Millionen von Dollar an die Regierungen der betroffenen Staaten in Afrika gezahlt, aber oft würde diese Hilfe nicht bei denen ankommen, die darauf angewiesen seien. So fehlten häufig einfachste Schutzmassnahmen wie Handschuhe bei der Pflege von erkrankten Angehörigen.
Kirchen gebe es praktisch in jedem Dorf in Afrika, ergänzte Pastor Moiseraele Prince Dibeela aus Botswana. Damit seien sie eine Institution, die die Menschen überall erreichen könne. Die EHAIA-Initiative habe es sich zum Ziel gesetzt, Pastoren und Kirchen im Umgang mit HIV/Aids zu schulen. Dies sei auch eine theologische Aufgabe. "Uns stellte sich die Frage : wie können wir von einem liebevollen Gott sprechen, wenn wir all das Leid um uns herum sehen?" Pastoren sprechen häufig vor grösseren Gruppen und dienten damit als Multiplikatoren. "Wir wollen ihnen helfen, kompetent mit diesen Themen von Leben und Tod umzugehen."
Die HIV-Pandemie habe schwierige Themen auf die Tagesordnung gesetzt, so Dr. Abuom. Nicht nur Fragen der Sexualität hingen damit zusammen, sondern auch Geschlechtergerechtigkeit und gegenseitige Verantwortung. "Noch nie zuvor war so deutlich, dass wir einander verantwortlich sind, und zwar auf Leben und Tod."
Der ÖRK hat sich seit den 1980er Jahren bemüht, die Ursachen und Auswirkungen von HIV/Aids zu thematisieren. Im November 2001 kamen Vertreter ökumenischer Institutionen und Kirchen aus dem Norden und aus Afrika zusammen und starteten einen Aktionsplan. Im Jahr 2002 wurde die ökumenische HIV/Aids-Initiative in Afrika (EHAIA) gestartet. Heute hat die Initiative fünf Regionalbüros in Afrika, die mit Betroffenen und mit regionalen und internationalen Beratern zusammen arbeiten und die Kirchen in ihrem Bemühen unterstützen, einen kompetenten Umgang mit HIV/Aids zu entwickeln. Der ÖRK-Zentralausschuss wird voraussichtlich Anfang der kommenden Woche ein Statement zu HIV/Aids abgeben.