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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Wahlen in DR Kongo sind erste Gelegenheit zu demokratischer Meinungsäusserung seit 1965
Ausdrücklich begrüßt hat der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, den Einsatz eines Unabhängigen Wahlausschusses mit leitenden Religionsvertreterinnen und –vertretern im Zusammenhang mit den Wahlen am 30. Juli in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). In einem Schreiben an den Präsidenten der DR Kongo, Joseph Kabila, betonte Noko, es gehe darum, ein Bewusstsein für die Bedeutung der Wahlen zu schaffen. Er bitte den Präsidenten, "so weit wie nur irgend möglich, die Einbeziehung religiöser Vertreterin diese große Aufgabe der öffentlichen Aufklärung zu fördern und zu erleichtern."
In einem Land, in dem so viele soziale Einrichtungen durch Konflikte zerstört oder geschwächt wurden, hätten leitende Religionsvertreterinnen und -vertreter ein unvergleichliches Potenzial, die Wähler aufzuklären und es ihnen möglich zu machen, ihre demokratischen Rechte auf verantwortungsvolle Weise auszuüben, betonte der LWB-Generalsekretär.
Laut Noko sind die Wahlen am 30. Juli die erste Gelegenheit zu demokratischer Meinungsäußerung des kongolesischen Volkes seit 1965. In dem zentralafrikanischen Land sind in zahlreichen Bürgerkriegen seit 1996 vermutlich rund vier Millionen Menschen durch Gewalt oder Hunger und Krankheit ums Leben gekommen. Dieses Elend werde im Allgemeinen als der "tödlichste Konflikt weltweit seit dem Zweiten Weltkrieg" betrachtet, so Noko in seinem Schreiben. Die Wahlen Ende Juli stellten daher "eine wertvolle Gelegenheit dar, die Demokratie wiederherzustellen, den Wiederaufbau des Landes voranzutreiben und die Grundlagen für eine friedliche Zukunft der DR Kongo zu legen."
Da Präsident Kabila und seiner Übergangsregierung die schwere Verantwortung zukomme, für einen friedlichen, freien und fairen Wahlablauf zu sorgen, erbitte er für ihn, dass er die Kraft für diese Aufgabe finden, und dass das kongolesische Volk diese historische Chance als solche begreifen und wahrnehmen werde. Weiterhin bat Noko den Präsidenten, "sich weiterhin mit ganzer Kraft für eine politische Kultur einzusetzen, in der ein politischer Gegner nicht als Feind betrachtet wird und in der das Interesse der Nation allen gleichermaßen am Herzen liegt."
Auch ein sehr erfolgreicher Verlauf der Wahlen, der alle Kriterien der Freiheit und Gerechtigkeit erfülle, sei nur ein kleiner Schritt auf einem sehr viel längeren Weg, so Noko. In seinem Schreiben sicherte er zu, dass die lutherische Gemeinschaft das kongolesische Volk auf diesem Weg begleiten werde, bis das Ziel erreicht sei. Gleiches gelte für die Interreligiöse Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA), ein Afrika weites Netzwerk interreligiöser Gruppen und leitender Religionsvertreter aller wichtigen in Afrika vertretenen Glaubensrichtungen, die sich gemeinsam für Frieden auf dem Kontinent einsetzen. Seit sie im Oktober 2002 ihre Arbeit aufgenommen habe, sehe IFAPA die DR Kongo als einen zentralen Aspekt ihrer gemeinsamen Arbeit, erklärte Noko, Initiator der Initiative.
Der LWB, zu dessen Mitgliedern seit 1986 auch die Evangelisch-Lutherische Kirche im Kongo gehört, engagiert sich im Rahmen seines Länderprogramms der Abteilung für Weltdienst (AWD) in Ruanda/DR Kongo mit humanitären Hilfs- sowie Entwicklungsprogrammen in den östlichen Provinzen des Landes. (LWB)