
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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03.12.2011
Preis wurde an Leymah Gbowee, Ellen Johnson-Sirleaf und Tawakkul Karman, drei Frauenrechtlerinnen aus Afrika, verliehen.
Drei Frauen der Demokratiebewegung in Afrika haben den Preis für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen für volle Teilnahme an friedensbildender Arbeit“ erhalten. Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf (72), die liberianische Menschenrechtlerin Leymah Gbowee (39) und Tawakkul Karman (32) aus dem Jemen haben den Friedensnobelpreis 2011 zuerkannt bekommen.
Die Friedensaktivistin Gbowee gründete eine Organisation christlicher und muslimischer Frauen, die sich gegen die Kriegsherren im liberianischen Bürgerkrieg richtete. Die Volkswirtschaftlerin Johnson-Sirleaf wurde 2005 zur Präsidentin Liberias gewählt und war damit die erste demokratisch bestimmte Staatschefin Afrikas. Karman ist eine der bekanntesten Gesichter der Protestbewegung im Jemen.
Der Situation in Liberia widmete das EMW 2009 ein Buch unter dem Titel Liberia: Land der Freien – Last der Freiheit“.
Über Ellen Johnson-Sirleaf gibt es ein Kapitel. In diesem Text heißt es: Ihr Lebensziel, so Ellen Johnson-Sirleaf 1986 nach ihrer Verhaftung und Flucht ins Exil, sei es, gute Regierungsführung nach Liberia zu bringen, bevor ich sterbe’. Seit 2006 hat sie Gelegenheit dazu. Eines ist sicher: Johnson-Sirleaf ist Liberias bestmögliche und vielleicht letzte Chance, das Land vom Alptraum des Bürgerkriegs in eine bessere Zukunft zu führen. Doch der Erfolg ist alles andere als garantiert. Die Präsidentin ist sich dessen sehr bewusst: Wenn wir die Ressourcen, die Technologie und die Arbeitskraft bekommen, können wir die Straßen in sechs Monaten reparieren. Aber wir haben das Problem unseres Wertesystems, das über die letzten 20 Jahre durch Gewalt, Unehrlichkeit und eine Kultur der Abhängigkeit zerstört wurde. Das ist das schwierigere Problem.’“
Die Menschenrechtlerin Leymah Gbowee wird in einer Tagebuchaufzeichnung zitiert: In Bezug auf die Zukunft ihres Landes ist Mrs Leymah Gbowee, die Leiterin der Friedensfrauen, völlig desillusioniert: Von den Politikern sei keine wesentliche Besserung zu erwarten. Sie sieht die einzig mögliche Lösung darin, dass die zukünftigen Entscheidungen von einer breiten Mehrheit der Zivilgesellschaft, unter der Einbeziehung der Frauen, getroffen werden. Der Protest der Frauen wird erst dann enden, wenn Waffenstillstand und eine Friedenstruppe im Land Realität geworden sind“. Der Autor des Textes fährt fort: Aktivitäten politischer und kirchlicher Gremien sind wenig aussichtsreich, wenn nicht von der Basis der entsprechende nötige Druck gemacht wird. Zu den größten Überraschungen zählte dabei für mich die Initiative der liberianischen Frauen, der Frauen in Weiß’.
In einer Film-Dokumentation wird das Engagement der Frauen in Weiß“ für den Frieden in Liberia 2003 gezeigt.