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Irak-Krieg hat womöglich Umsiedlungen von Palästinenser zur Folge - Evangelische Christen zeigen große Besorgnis
Zur bedrückenden Situation der Palästinenser angesichts eines drohenden Irak-Krieges haben sich in einer gemeinsamen Erklärung der Jerusalemsverein und der Evangelische Verein für die Schneller-Schulen Stellung bezogen. "Wir nehmen die Befürchtungen in palästinensischen Gemeinden und Familien ernst, dass die Weltöffentlichkeit sich unter dem Eindruck des drohenden Krieges gegen den Irak daran gewöhnt, das alltägliche Unrecht und Töten zwischen Mittelmeer und Jordan zu übersehen, zu vergessen oder als unvermeidlich hinzunehmen", heißt es in der Erklärung, die heute an Regierungsstellen und Botschaften geschickt wurde. Die Unterzeichner befürchten des Weiteren, dass es in Folge eines Krieges im Irak zu erzwungenen Umsiedlungen der Palästinenser kommen kann, "wie sie von namhaften israelischen Politikern gefordert und nie offiziell verbindlich dementiert wurden."
Der Jerusalemsverein und der Evangelische Verein für die Schneller-Schulen sind nach wie vor davon überzeugt, dass es für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern nicht zu spät ist. Voraussetzung dafür seien allerdings die Umsetzung der betreffenden UNO-Resolutionen und das Ende der israelischen Besatzung sowie des Siedlungsbaus in den palästinensischen Gebieten. Außerdem müssten das Land und seine Ressourcen gerecht geteilt und das Bleiberecht beider Völker anerkannt werden. "Wir fordern alle auf, die bei uns in Regierung, Kirchen und Medien Verantwortung tragen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, indem sie bei der israelischen Regierung und bei der palästinensischen Autonomiebehörde diese Anliegen mit uns vertreten und auf geeignete Schritte zum Frieden hinwirken."
Der Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk und der Evangelische Verein für die Schneller-Schulen im Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland sind seit dem 19. Jahrhundert eng mit Christen im Nahen Osten verbunden. Sie unterstützen sie beim Aufbau von evangelischen Gemeinden und Schulen in Palästina, Libanon und Jordanien. "Wir fühlen uns auf Grund unserer in langen Jahren gewachsenen Beziehungen mitverantwortlich, dass ihre Stimmen bei allen Entscheidungen über das Geschick der Menschen im Nahen Osten gehört werden", heißt es in der Erklärung. (ems, Stuttgart)