
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Kirchliche Nichtregierungsorganisation hilft Opfern von Menschenrechtsverletzungen, Folter und Misshandlungen.
Selvan Chetty ist der Stellvertretende Direktor und Pressesprecher des Solidarity Peace Trust (SPT), einer simbabwischen Menschenrechtsorganisation. Die kirchliche Nichtregierungsorganisation hat ihren Sitz in Süd-Afrika.
Herr Chetty, wie sieht ihre Arbeit für Menschenrechte in Simbabwe momentan aus?
Im Moment helfen wir vor allem Opfern von Menschenrechtsverletzungen, Folter und Misshandlungen. Betroffene bekommen medizinische Betreuung in Simbabwe und, wenn sie es bis dorthin schaffen, in Süd-Afrika. Wir dokumentieren was diesen Menschen passiert ist, und nutzen diese Zeugnisse für unsere Lobby- und Advocacyarbeit.
Wie stehen sie zu dem Abkommen zwischen der ehemaligen Regierungspartei ZANU PF und dem Movement for Democratic Change (MDC)?
Wir sind „vorsichtig optimistisch". Wir freuen uns darüber, dass es eine Verständigung gibt, müssen aber abwarten, wie sich die Politiker weiterhin verhalten. ZANU PF ist für die wirtschaftliche Misere und gewaltsame staatliche Repression in Simbabwe verantwortlich. Sie kontrolliert aber weiterhin die Armee, die Polizei und das Finanzministerium. In der jetzigen Phase des Übergangs sollten besonders diese Bereiche nicht mehr von der ZANU PF beherrscht werden. Auch nach dem Abkommen kam es noch zu Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung.
Was möchten sie mit ihrer Lobbyarbeit erreichen?
Durch unsere Lobbyarbeit versuchen wir Regierungen und internationale Organisationen zu erreichen, die die Möglichkeit haben die Simbabwische Regierung zu beeinflussen. Wir möchten die internationale Gemeinschaft und die Millionen von Simbabwern, die sich im Exil befinden, dazu ermutigen, unter bestimmten Bedingungen nach Simbabwe zurückzukehren und das Land und die Menschen dort nicht alleine zu lassen.
Was sind die dringendsten Maßnahmen, die die Menschen in Simbabwe jetzt brauchen?
Die Ernährungssituation ist miserabel. Die Menschen essen die Samen, die sie eigentlich aussäen sollten, sie haben nichts und werden auch in der näheren Zukunft nichts haben, da sie nichts pflanzen konnten. Am dringendsten braucht Simbabwe deshalb jetzt einen Plan für Lebensmittelhilfe.
Gleichzeitig sollte die Zivilgesellschaft in Simbabwe unterstützt werden, damit sie in dieser politischen Umbruchssituation ihre Stimme einbringen und die Zukunft Simbabwes mitgestalten kann.
Der Solidarity Peace Trust ist eine Partnerorganisation des EED. Der EED unterstützt dessen Forderungen.
Das Interview ist frei zur redaktionellen Verwendung. Das Gespräch führte Johanna Laible.