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25.01.2012

Salvadorianische Kirche fordert neues Friedensabkommen

Mangelnde Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Unrecht resultiert in Unsicherheit, Gewalt und Armut

(LWI) Die Salvadorianische Lutherische Kirche begrüsste die offiziellen Feierlichkeiten der Regierung anlässlich des 20. Jahrestages des Friedensabkommens, das den Bürgerkrieg im Land beendet hatte, rief jedoch zu einem neuen Abkommen auf, das das Land zu Frieden und Gerechtigkeit führen möge.

In einem offenen Brief vom 16. Januar an den Präsidenten El Salvadors, Mauricio Funes, schrieb der lutherische Bischof Medardo E. Gómez Soto, dass der Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensabkommens, das den zwölfjährigen Bürgerkrieg 1992 beendete, dem Land eine Gelegenheit biete, das Augenmerk auf die Unsicherheit, Gewalt, Armut und Ungerechtigkeit zu lenken, die heute vorherrschten.
„Zwanzig Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens ist es wichtig, Rückblick zu halten und zu überprüfen, was erreicht wurde, und dabei nach einer Antwort auf die gegenwärtig erlebte Realität des Landes zu suchen. Wir müssen ein neues landesweites Konzept für sozialen Frieden entwerfen“, sagte Gómez in seinem Brief.

„Die letzten zwanzig Jahre waren nicht vergeblich. Es gab Veränderungen und Anzeichen von Fortschritten auf dem Weg vom Wahnsinn zur Hoffnung. Heute sind die Bedingungen zur Erneuerung der Verpflichtung günstig“, erklärte der lutherische Bischof.

Gómez veröffentlichte den Brief an demselben Tag, an dem Präsident Funes nach El Mozote im Verwaltungsbezirk Meanguera reiste, um für das dort im Dezember 1981 von der Armee verübte Massaker, bei dem Tausende wehrlose Bauern und Bäuerinnen getötet wurden, um Vergebung zu bitten.
Dutzende Kinder waren damals in einem Kloster eingeschlossen, als Soldaten den Ort mit Flammenwerfern und Granaten angriffen. Und Während in El Mozote später mehrere Massengräber gefunden wurden, wurden die für die Verbrechen Verantwortlichen wurden niemals vor Gericht gestellt.

Kirchen legen Zeugnis ab

In seinem offenen Brief zum Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensabkommens, welches durch die Kirchen des Landes vorangetrieben worden war, erklärte Gómez, dass die Friedensarbeit der Kirchen eine glaubensgemässe Antwort auf den Ruf der alttestamentlichen Propheten und den Auftrag Jesu war, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Die Kirchen des Landes richteten einen gemeinsamen Hilfsdienst für Opfer des Bürgerkriegs ein.

„Dies war eine spontane Reaktion auf den Aufschrei unseres Volkes, dessen Blut vergossen wurde, auf den Aufschrei der Menschen, die hungrig, durstig, verfolgt, eingesperrt oder ins Exil verbannt waren, die im Sterben lagen, als Opfer des durch den Krieg verstärkten Unrechts“, sagte der lutherische Bischof.
„Konfrontiert mit dem Leiden unseres Volkes lernten die Kirchen, ökumenisch zu sein; wir waren fähig, Zeugnis abzulegen und in Leid und Hoffnung gemeinsam unterwegs zu sein. Gemeinsam auf das Leiden unseres Volkes zu antworten, war wichtiger als die Differenzen zwischen den Kirchen“, führte er aus.
Die Kirchen organisierten das Ständige Komitee für Nationale Friedensgespräche, das bedeutend zu dem Gesprächsprozess beitrug, der den Bürgerkrieg beendete und zum Unterzeichnen des Friedensabkommens führte. Die Salvadorianische Lutherische Kirche beteiligte sich aktiv an diesem Prozess und leistete verschiedene Beiträge.

  • Hier finden Sie die komplette LWB-Meldung



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