
Titelbild: Harald Oppitz/KNA
Die "EineWelt" 1/2012 ist jetzt lieferbar! Schwerpunktthema ist "Im Namen der Religion: Wie der Glaube Konflikte schürt - und wie er zum Frieden führen kann"
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Eine Initiative evangelischer Missionswerke, Verbände und Kirchen unter dem Dach des EMW
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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Aus dem Jahresbericht des EMW 2002 Zusammenfassung des thematischen Teiles
Menschen in Gottes Mission
Personal-Entsendung und personelle Zusammenarbeit
Aus dem Jahresbericht des EMW 2002
Zusammenfassung des thematischen Teiles
Für den thematischen Teil des Jahresbericht des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland (EMW) hat der Grundsatzreferent im EMW, Dr. Klaus Schäfer, die Aussendungsmodalitäten von deutschen Missionswerken untersucht und die erhobenen Zahlen interpretiert.
Während der Pionier-Missionar des 18. Jahrhunderts ein Leben lang auf unterschiedliche Art in Ausland gewirkt und seine Berichte in der Heimat das „Berufsbild“ des Missionars geprägt haben, ändern sich seit einigen Jahrzehnten nicht nur die tatsächlichen Arbeitsbereiche und Aufgaben weißer Mitarbeiter in Übersee, sondern auch deren Bild in der europäischen Gesellschaft. Anders als früher senden Missionswerke nicht mehr Menschen aus, sondern überseeische, meist unabhängige Kirchen, bitten um Fachpersonal zur Bewältigung von Teil-Aspekten ihrer Arbeit. Bei allen deutschen Missionswerken, unabhängig von Konfession oder Tradition, ist ein Rückgang von ökumenischen Mitarbeitenden in den Partnerkirchen zu beobachten.
Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Einerseits sind gesellschaftliche Veränderungen als Gründe auszumachen, andererseits zeigt es sich, dass der Einsatz ausländischer Missionarinnen und Missionare nicht immer positiv auf die Entwicklung der überseeischen Kirchen wirkt. Gleichzeitig haben Missionswerke alternative Programme zum Personal-Austausch entwickelt. Während es relativ leicht ist, Kurzzeit-Mitarbeitende für Freiwilligen-Programme und Praktika zu gewinnen, fällt es zunehmend schwerer, geeignete Mitarbeitende für einen Langzeit-Einsatz zu rekrutieren. Nach wie vor legen die Missionswerke großen Wert auf eine gute Ausbildung und Vorbereitung ihrer Übersee-Mitarbeitenden. Trotzdem scheint eine intensive Begleitung vor Ort heutzutage wichtiger als früher. Besonders die vielfältigen Konflikte, in denen sich Auslandsmitarbeitende befinden, machen eine angemessene Supervision notwendig. Auch die Wiedereingliederung in die deutsche Gesellschaft, der berufliche Einstieg und die angemessene Einbringung der im Ausland gewonnenen Erfahrungen, sind heute schwieriger als in der Vergangenheit.
In vielen deutschen Kirchen und Missionswerken wird seit einigen Jahrzehnten der Süd-Nord-Austausch gefördert. Die Erfahrungen, die ausländische Mitarbeitende und ihre Familien in Deutschland machen, werden seit einiger Zeit auch darauf hin überprüft, wie ernst ein partnerschaftliches Personal-Modell genommen wird.
Nicht nur das Partnerschafts-Modell muss auf den Prüfstand gestellt werden, sondern auch die Bereitschaft von Missionswerken auf gesellschaftliche Herausforderungen in Deutschland und in Übersee zu reagieren. Ihren Weg zwischen „missionarischem Freibeutertum“ und der Bereitschaft, auf Gottes Ruf neu zu reagieren, zu finden, wird zukünftig eine der wichtigen Entscheidungen für die Missionswerke sein.