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08.10.2009

Deutsche Seemannsmission besorgt wegen vermehrter Piratenangriffe auf Seeleute

Zahl der Piratenangriffe steigt - Deutsche Reeder besonders betroffen.

Seeleute sind weiterhin im Visier von Piraten. „Die Zahl der Überfälle hat In einigen Regionen sogar zugenommen, obwohl Anti-Piraterieeinsätze nationaler Marine-Verbänden eigentlich Schutz bieten sollen“, meldet die Deutsche Seemannsmission (DSM). Die Gesamtzahl der Piratenangriffe habe den Wert des Vorjahres von 293 sogar schon am 23. September überschritten. Dies wurde gestern in Bremen im ersten "Lagebericht Piraterie der Deutschen Seemannsmission" auf der Internetseite www.bedrohung-auf-see.de veröffentlicht. Besonders Schiffe deutscher Reedereien seien attakiert worden: bis zur Jahresmitte 38 Mal und damit schon fast so häufig wie im ganzen letzten Jahr.

Erklären lasse sich diese anhaltende Gefährdung, insbesondere im Golf von Aden, mit der Schwäche der Somalischen Staatsmacht, einer stetig verbesserten Ausrüstung der Piraten in der Region und deren vergrößerter Reichweite in dem Seegebiet, sagte Pastorin Heike Proske, Generalsekretärin der DSM. Ehemalige Fischerboote (skiffs) seien mit großen Motoren und Navigationshilfen hochgerüstet worden. Piraten trügen heute automatische Waffen und würden von größeren 'Mutterschiffen' versorgt und durch Geldgeber im Hintergrund finanziert.

Proske bedauert, dass nicht alle angegriffenen Mannschaften den Vorfall an die zuständigen Behörden melden. „Die Schiffsführungen fürchten zeitraubende Ermittlungen von Behörden, die Managements bzw. Reedereien scheuen zu erwartende höhere Versicherungsprämien,“ vermutet sie. Das erschwere jedoch die notwendige Hilfen für die Seeleute, wie z.B. Seelsorgegespräche, welche die DSM auf ihren weltweit 33 Stationen anbietet. "Ohne eine Verarbeitung belastender Situationen sind aber die psychische sowie die physische Gesundheit der Crewmitglieder und damit ihre Arbeitsfähigkeit auf Dauer gefährdet", so die leitende Theologin.




 
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