
Titelbild: Monika Herold
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EMW-Jahresbericht 2010/2011: "Populär und prosperierend - Zur pfingstkirchlich-charismatischen Dynamik in Afrika"
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ÖRK-Zentralausschuss-Vorsitzender kritisiert Strategien zur Krisenbewältigung
Deutliche Kritik an den Maßnahmen zur Bewältigung der weltweiten Finanzkrise übte der Vorsitzende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Pfarrer Dr. Walter Altmann, zum Auftakt der Tagung des ÖRK-Zentralausschusses am 26. August in Genf. Nachdem Finanzspekulationen und die Ideologie eines Wirtschaftsliberalismus die Welt in eine "Finanzkrise katastrophalen Ausmaßes" gerissen haben, seien die "Ärmsten der Welt" die Hauptleidtragenden der Krise.
Altmann, Präsident der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, kritisierte, dass seitdem 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben worden seien und das Hungerproblem sich weltweit erheblich verschärft habe. Gleichzeitig seien außerordentlich große Finanzmittel für die Rettung von Banken und großen Unternehmen zur Verfügung gestellt worden, "die nie vorhanden zu sein scheinen oder bereit gestellt werden, wenn es um die Bekämpfung des Hungers in der Welt geht".
Die Überzeugung, dass Globalisierung und freier Markt weltweiten Wohlstand schaffen könnten, verliere zwar an Boden, so Altmanns Beobachtung, doch er könne keine Anzeichen dafür entdecken, dass das "Ungleichgewicht und Unrecht" in der Weltwirtschaftsordnung behoben werde. Vielmehr befürchte er ein Comeback des Neoliberalismus nach dem Ende der Rezession.
Der ÖRK-Zentralausschuss, der alle 12 bis 18 Monate tagt, ist das wichtigste Entscheidungsorgan des Rates zwischen den Vollversammlungen. Dieses ist die dritte Tagung des Zentralausschusses, der im Februar 2006 von der 9. ÖRK-Vollversammlung in Porto Alegre (Brasilien) gewählt wurde. Am 27.08.09 wird der Zentralausschuss einen neuen Generalsekretär wählen, der die Nachfolge des scheidenden Sam Kobia antreten soll.